Ich kapier auch nicht warum ich mir immer wieder Remakes von Horrorklassikern reinpfeif.....vielleicht ist es ja ein unterbewusstes handeln,damit ich mir ja auch immer wieder vor Augen führe,wie großartig die Originale doch waren,sind und es weiterhin auch bleiben werden.
Jetzt sitz ich also hier,grad aus dem Kino gekommen,und versuche ein Review von The Hills have Eyes(Augen der blutigen Hügel)zu schreiben.
Die Story wurde bis auf ein paar Ausnahmen 1 zu 1 von Cravens 77iger Werk übernommen,selbst die Namen der Familienmitglieder,sowie des Kannibalenclans wurden beibehalten.
Lediglich das Geschehen wurde in die Gegenwart übertragen,dies jedoch weitgehendst positiv,sieht man mal von ein paar nervigen Nu Metal Sounds ab.Auch die Storyline wird dem Original nun endlich gerecht,da in der ursprünglichen deutschen Fassung anstatt von atomar verseuchten Menschenfressern,von Außerirdischen(!) die Rede war.
Atmosphäre und Spannung kommen ebenfalls der alten Version recht nah.
Jedoch hören hier meine positiven Ansichtspunkte auf:
Der Trend,die alten Meisterwerke wieder zu verfilmen,um sie einem jüngerem Publikum nahe zu bringen,hat hier mal wieder gnadenlos zugeschlagen.Es wird auf biegen und brechen die Gewalt und Gorekeule geschwungen,das es nur noch lächerlich ist.Damit wir uns nicht falsch verstehen:Ich selber bin ein Violence and Gore Maniac erster Kajüte,NUR,wenn ich Gemetzel sehen will,dann schau ich mir auch die dementsprechenden Filme an...In einem Backwood/Terrorkino Remake haben sie nichts verloren,noch dazu wenn sie so stumpf gemacht sind ,das man als Splatterfan nur müde drüber gähnen kann.
Die Verstrahltenclique wurde zeitgemäß aufgemotzt(entstellte Fratzen),was jedoch einfach nur albern und übertrieben aussieht.Keiner dieser Special F/X Gestalten kommt auch nur im entferntesten an die düster,bedrohliche Aura eines Michael Berrymans ran,der im Original schon alleine den ganzen Film trägt.
Szenen,das Leute angewidert oder völlig am Ende den Kinosaal verlassen haben,wie in einem Review geschrieben wurde,haben sich heute abend zwar in Grenzen gehalten,doch bestätigt mir das nur eines,und zwar das man mit Pseudosplatter durchsetzte ,müde Aufgüsse grosser Klassiker sich ein junges Mainstream Publikum erspielen will,das sich vorher NIE freiwillig auch nur im Ansatz mit den Originalen beschäftigt hätte.Die Reaktionen in der Menge sprachen heute abend jedenfalls Bände("GOOIIIL" bis hin zu "Das ist der brutalste und beste Film den ich je gesehen hab").Hatte man früher seine Fantasie mal benutzen müssen,damit sich die angedeuteten Szenen weiter im Kopf abspielen(und dort auch erst richtig zündeten),so bekommt man heute alles in einem graphischem Overkill erklärt,damit dies auch der letzte hohle Jungmacker samt Freundin(kann man ja hinterher so wunderbar trösten)neben Popcorn und Cola versteht.
Da nützt es auch nichts ,das Wes Craven hier als Produzent fungiert,was zwar daraus schliessen lässt,das er mal wieder erfreulicherweise Bock auf was härteres hatte und mit seinem jahrelangen unsäglichem Teenieslasher Dasein scheinbar abschliessen will,doch schliesst er sich einem neuem ,erschreckendem Trend an : Teeniesplatter...Entsetzlich!
3 Zähler für die oben genannte positiven Aspekte,und bevor ich es mir anders überlege,und sie wieder abziehe wegen Kultschändung,schliess ich das Review hiermit ab....angenehme Nachtruhe