Nachdem "The Hills Have Eyes" von verschiedenen Seiten, die nicht unbedingt als "blindwütige Horror-Fans" ("Spiegel", "Freenet") gelten, Promotion erfahren hatte, wollte ich als ausgesprochener Liebhaber der anspruchsvolleren Filme des Horror-Genres (z. B. Werke von Dario Argento oder Ken Russell) nicht beiseitestehen.
Die Grundidee, Zombies mal als Mutanten auf Grund von Atombombentests darzustellen, versprach ja auch etwas mehr als lächerliche Filmchen im Stile von "Ein Zombie hing am Glockenseil". Doch leider lebt ein Film nicht von der Idee, sondern vielmehr von der Inszenierung derselben.
Und so haben wir es hier einmal mit einer kaum vorhandenen Story zu tun:
Eine amerikanische Familie, einschließlich Kindern und Enkeln, fährt anlässlich der Feier des Hochzeitstages der Großeltern in Kalifornien mit dem Wohnwagen durch die Wüste New Mexikos. Ein Tankwart schickt sie nun zu einer angeblichen Abkürzung ihres Weges in ein Zombie-Gebiet, welches von der US-Regierung zu Tests mit atomaren Waffen benutzt wurde. Und ab diesem Moment spielt sich nur noch ein einziges blutiges Gemetzel ab...
Wenn es an der Story mangelt, können bei besseren Horror-Filmen Kameratechnik (siehe "Tanz der Teufel"), Ideenreichtum bei den Splatter-Szenen (siehe beim Meister der tausend Todesarten Dario Argento) oder interessante Kulissen (siehe "Waxwork") eine Faszination ausüben. Was hat Regisseur Aja da zu bieten: Zombies mit Spitzhacke in der Wüste...
Das Motiv der atomaren Verstrahlung wird auch nicht weiter ausgebaut. Die Mutanten sind körperlich deformiert (manchmal geht auch ein langhaariger Freak ohne jegliche Maske als Mutant durch) und zeigen außer der für Zombies typischen debilen Fressgier kaum "menschliche Regungen".
Da kann man abschließend nur noch mit etwas Schmunzeln über den Hintergrund der "Spiegel"-Begeisterung bezüglich des Horrorstreifens sinnieren. Ach ja, aus einem kurzen Dialog im Filmchen ergibt sich, dass der Schwiegersohn der Familie Anhänger der amerikanischen "Demokraten" ist. Dieser anfänglich tolpatschig wirkende Charakter wächst im Verlauf des Zombie-Gemetzels über sich hinaus und rettet in einer heroischen Schlussszene (die amerikanische Nationalhymne als Untermalung wurde bei einem "Linken" natürlich durch etwas Alternativ-Bombastisches ersetzt) sein Kind aus den Klauen der Zombies, wohingegen der "rechte Großvater" schon recht früh dahingeschlachtet wird.