Review

Man nehme
...eine Handvoll blutjunger, bildhübscher und strohdummer H&M-Models, darunter natürlich auch ein paar scharfe Miezen und ein jugendlicher Held im „MacGyver“-Modus,
…eine abgedroschene, altbackene Story mit „Von der Menschheit vergessene Hinterwäldler machen hysterische, Nägel kauende Stadtmenschen alle“-Thematik, die mittlerweile selbst dem Slasher abgeneigtestem Filmgucker zu den Ohren rauskommen dürfte,
…und, zu guter Letzt noch, ein paar Schock-Effekte der Marke „Patschehändchen von hinten auf Schulter“ oder „am Boden liegender Bösewicht kommt, gerade als man still und heimlich dran vorbei schleichen will, doch wieder zu Bewusstsein“, welche heutzutage nicht mal mehr Waldorfschülern das Fürchten lehren düften…

…und fertig ist „House of Wax“, „Texas Chainsaw Massacre“ oder wie der neueste Mainstream-Horror aus “Good Old Amiland” eben gerade so heißt – top gestylet, porentief rein und absolute seelenlos. Yeah.
Wer also meint, mit „The Hills have Eyes“ würde ein wenig frischer Wind in die Abstellkammer des tumben Teenie-Horrors wehen, wird leider auf Granit beißen müssen.
„THhE“ bietet nämlich nix neues. Ne, absolut nicht…: Eine Gruppe Städter, die in der Wüste 'ne Panne haben, und dann von strahlungsgeschädigten Krüppeln niedergemacht werden - …das ist nicht nur gänzlich unintelligent, sondern obendrein noch reichlich plemplem, zumal reichlich unraffiniert umgesetzt.
„NEIN!!! Geh’ nicht mitten in der Nacht allein auf Erkundungstour!!!!“ oder „Mensch, scheiß’ dich nicht so an und schlag’ dem Wichser einfach den Schädel ein!!! Schließlich hat er bereits deine Eltern, deine Jungfräulichkeit und deinen Köter auf dem Gewissen…“ - …Gedanken wie diese drängen sich ganz Mainstream getreu hier leider mal wieder ständig auf. Insofern kann man „THhE“ also durchaus als „Nervenkitzel“ bezeichnen, da die Akteure stellenweise so unlogisch agieren, dass es einen fast schon zur Weißglut nervt.
Fettes Minus auch: die Hinterwäldler-Wesen und Wüsten-Psychos. Die sind im Großen und Ganzen von „TCM“ kopiert, schocken aber noch ein bisschen weniger als die Kreaturen aus dem Remake, zumal es sich hier, wenn man’s mal ganz logisch angeht, ja nur um Behinderte handelt. Geistig zurückgeblieben? Ja. Körperlich entstellt? Auch. Aber unheimlich, geschweige denn Angst einflößend? Nie und nimmer!

Aber sei’s drum: Angemessen unterhalten tut der Streifen irgendwie schon. So wirklich befriedigt bin ich zwar nicht aus dem Kino gekommen, aber man hat natürlich schon Schlechteres geseh’n.
Blut fließt hier auch nicht wirklich viel, der breiten, grauen Masse dürfte es aber genügen.
Mein Fazit:
08/15-Mainstream-Horror, den man sich getrost schenken kann. Vom "High Tension"-Macher Aja hätte man mehr erwarten können...

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