Review

Ein sehr blutiger und sehr brutaler Schocker, der spannend ist, aber an einigen Stellen - auf gar nicht witzige Weise - einfach menschenverachtend ist.

Im Prinzip ist der Film zwar „nur“ das Remake eines billigen (1977!) Horrors von Wes Craven (der diesen Film auch in Auftrag gegeben und produziert hat), aber das macht nichts, denn das Original kennt wahrscheinlich kaum einer.

Die Täter bei „Hills have Eyes“ sind mutierte Menschen aus New Mexico. In ihrer Rechtfertigung beschweren sie sich, dass eine fremde Regierung Atomtests in ihrem Gebiet durchgeführt hat und jetzt alle Amerikaner dafür büßen müssen. Aber das ist vollkommen absurd, schließlich gehört New Mexico territorial seit 1850 zu den Vereinigten Staaten und ist seit 1912 eigenständiger Bundesstaat. Die erste Atombombe wurde also im Jahr 1945 in diesem Gebiet von der eigenen Regierung gezündet.
Aber das nur mal so nebenbei.
Gut an dem Film ist, dass er atmosphärisch sehr dicht ist und entsprechend auch eine starke Portion Spannung aufbaut. Hinzu kommen gute Darsteller. Etwas negativ fällt allerdings Aaron Stanford auf, der bis zum Schluss unsympathisch bleibt.
Sehr Bedenklich ist bei „Hills have Eyes“ allerdings die Rolle der Opfer. Entgegen den üblichen Regeln in Slasherfilmen, bei denen die Opfer stets junge, unabhängige gutaussehende Menschen sind - die sich durch Unachtsamkeit in Gefahr bringen – findet sich diesmal eine Familie in der Opferrolle wieder.

Die besteht aus drei Generationen. Angeführt vom älteren Vater, seiner Frau und den drei Kindern, von denen die Alteste mitsamt Baby und Ehemann mit dabei ist. Der Ausflug ist folglich auch kein witziger Wochendausflug, sondern eine Reise anlässlich des 25sten Hochzeitstag der (Groß)-Eltern. Die Freiwilligkeit zu der Reise ist dementsprechend nicht sehr hoch.

Trotz dieser besonderen Bindungen und Abhängigkeiten geht es dann wirklich unglaublich brutal zu. Dabei stößt vieles, was in dem Wohnwagen geschieht, so sauer auf, dass man sich fragt, warum das so gezeigt werden musste.

Was der Schwester geschieht und dass der Bruder zusehen muss ... der Vater ... und schließlich die Jungfamilie ... das ist wirklich menschenverachtend und so unangenehm brutal, dass es dafür Punktabzüge gibt. Regisseur Ajo hat hier - ohne jegliches Fingerspitzengefühl und ohne Notwendigkeit für den Spannungsaufbau - seine Gewaltfantasien mit unglaublicher Brutalität ausgelebt. Das ist "too much" geht weit über die Grenzen des guten Geschmacks (selbst bei Horrorfilmen) hinaus.

Danach fängt sich der Film wieder und bewegt sich in „normaleren“ Horror-Dimensionen. Etwas unlogisch bleibt dann nur die Existenz eines etwa sechsjährigen Mutanten-Mädchens. Schließlich weiß jeder, dass Strahlung als erstes die Zeugungsfähigkeit zerstört (also unfruchtbar macht). Wer kann demzufolge das Mädchen gezeugt oder geboren haben?

Ansonsten, wie gesagt, alles recht spannend und flott inszeniert, aber deutlich brutaler und blutiger als gewöhnlich. Hier wurde über die Stränge geschlagen.

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