Alexandre Aja der bereits mit High Tension einen unglaublich harten, nervenzerfetzenden und humorlosen Horrorschocker vorgelegt hat inszenierte "The Hill Have Eyes", das Remake eines alten Wes Craven Films aus den 70ern. Da mir High Tension doch ganz gut gefallen hatte kam mir Ajas neuer Film gerade richtig um wider mal einen gelungenen Horrorstreifen im Kino anzusehen. Ich hatte sehr viele Erwartungen und wurde alles andere als enttäuscht.
THHE ist Terrorkino erster Güte! Von Beginn an fesselte mich der Film. Das fing an beim Vorspann indem heitere bis stimmige Oldie Musik zu hören ist und nebenbei Bilder von atomaren Explosionen und deren furchtbaren Folgen zu sehen sind. Schon alleine durch den verstörenden Beginn zeigt der Film dass der junge Franzose handwerklich einiges auf dem Kasten hat und sehr professionell und präzise inszenieren kann.
Angekommen in der Wüste entwickelt THHE eine kalte, unheimliche und düstere Atmosphäre die an Klasse 70er Jahre Filme wie Tobe Hoopers "Texas Chainsaw Massacre" oder John Boormans "Deliverane" erinnert. Genau diese Roheit und Natürlichkeit findet man auch in THHE.
In Sachen Gewalt enthält THHE derbe Momente die fürs Normalpublikum doch zu hart
ausgefallen sein könnten. Ich war vor allem schockiert bei der Szene in der die Mutanten unerwartet in den Trailer eindringen und das friedliche Familienidyll abrupt zerstören. Dazwischen wummert ein Soundtrack der das ganze Szenario noch um einiges verstörender erscheinen lässt.
Der Film baut die Spannung gekonnt auf: Am Anfang setzt er häufig auf den Überraschungsmoment, gegen Ende mutiert er dann zum knallharten Gore-Spektakel.
Die Entwicklung unseres Helden (gespielt von Aaron Stanford) fand ich doch sehr überraschend und durchaus gelungen. Zu Beginn eher ein ängstlicher und überlegter Durchschnittstyp der sich jedoch am Ende als Retter in der Not erweist und den rabiaten Einheimischen mit Baseballschläger, Spitzhacke und Schrotflinte ordentlich einheizt.
Die Atomaren Tests als Hintergrundgeschichte für einen Horrorfilm war mehr als passend und sehr mutig. Hier übt THHE ordentlich Kritik an der amerikanischen Regierung. Das macht den Film nochmals eine Spur interessanter aber auch umbequemer in seiner Form. Defintiv kein Film für das jüngere Publikum.
Die Gewalt in THHE ist roh, humorlos und teils schwer zu ertragen. Aber genau das braucht meiner Meinung nach ein guter Horrorfilm: Ernsthaftigkeit und den Mut die Grenzen manchmal zu überschreiten.
Fazit: Ich denke jeder der sich für härtere Horrorfilme interessiert wird The Hill Have Eyes lieben. Der Film ist eine aufregende, dazu kameratechnisch genial gefilmte und grausam spannende Tour de Force des Grauens.
Ein moderner Horrorschocker, der sich durchaus mit anderen Grossen Filmes des
Genres messen kann.
Von mir gibt’s mutige 9/10 Punkte!