Ein weiteres Remake eines Horror-Klassikers fand mit „The Hills Have Eyes“ den Weg in die internationalen Kinos und diese Auffrischung ist mehr als nur gelungen. Regisseur Aja entfesselt einen brutalen Kreislauf des Terrors und hält sich in der Gewaltdarstellung kein bisschen zurück. Ähnlich wie in „High Tension“ bietet sein neuer Film sehr viele extreme Gewaltdarstelleungen, die für Mainstream-Verhältnisse als absolut grenzwertig zu bezeichnen sind.
Die simple aber effektive Story konzentriert sich auf das Wesentliche, so ist der Handlungsablauf sehr straight und schnörkellos. Eine gewisse Vorhersehbarkeit ist unvermeidlich, tut dem Unterhaltungswert aber ziemlich gut. Langweilig wird der Film nie, vor allem die sehr dichte Atmosphäre kann überzeugen. Auch die schauspielerischen Leistungen sind durchweg sehr überzeugend und fernab des üblichen, stereotypen Schemas des Slasher-Genres. Darüber hinaus ist erfreulich das es auf dem ganzen Soundtrack keinen New Metal zu hören gibt, der jegliche Atmosphäre von vorne herein zerstört. Aja inszenierte einen klassischen Handlungsablauf mit moderner Technik und einigen politischen Metaphern.
Empfehlenswert ist „The Hills Have Eyes“ also auch einem reiferem Publikum, alleine schon durch die stark präsente Nostalgie.
Leider muss Regisseur Aja vor allem am Schluss starke Kompromisse eingehen um den Film für ein Mainstreampublikum erträglich zu halten. Die pathetische Musik und das unoriginelle, geradezu zwanghaft offene Ende machen viel von dem erbarmungslosen Terror der vergangenen Ereignisse kaputt. Zwar ist die Gewalt verherrlichende Tendenz vorhanden und die Selbstjustiz vergangener Kinotage lebt wieder richtig auf, doch fällt das Ganze ein wenig zu versöhnlich aus und das Schlussbild ist einfach nur konventionell. Nichtsdestotrotz kann man von einem gelungenen modernen Horrorfilm reden dem ein bisschen mehr Konsequenz gut getan hätte.
8,5 / 10
Fazit: „The Hills Have Eyes“ war der bisher einzige Film den ich mir zweimal im Kino angesehen habe – Einer der besten Vertreter der neuen Horrorwelle und von Regisseur Aja kann man sicher noch einiges erwarten.