"Hügel der blutigen Augen" zu bewerten fällt mir nicht ganz leicht.
Zunächst möchte ich an dieser Stelle festhalten,
dass ich das Original von 1977 bereits kannte ,
und dadurch jetzt auch mit dem Remake vergleichen kann.
Im Grunde fällt meine Bewertung recht ähnlich aus,
(mit dem nächsten Satz lasse ich die Katze schon mal aus dem Sack),
wobei ich dem Remake doch den Vorzug gebe, wenn auch knapp.
Mein 'Problem' mit "The Hills have Eyes" ist, dass der Funke nicht übergesprungen ist.
So ging es mir beim Original, und so fühle ich es auch jetzt beim Remake.
Sicherlich ist mir jene Terror Thematik vertraut und ich gestehe dem Original(!) zu,
dass er etwas eigenes hat, eine seltsame Grundstimmung die sich
von anderen Filmen seines Alters doch irgendwie unterscheidet.
Allerdings bevorzuge ich was Story und (Schock)Wirkung angeht
immer noch die 'Mutter jenes Genre', und zwar "The Texas Chainsaw Massacre".
Was schon bei "The Hills have Eyes" zu sehen war,
erinnert vom Grundgerüst doch ziemlich an Tobe Hoopers Klassiker.
Auch wenn die Umgebung eine andere ist und wenn jene 'kranke' Familie
einen anderen Uhrsprung hat, es ist schon recht ähnlich angesiedelt.
Aber egal, bleiben wir beim eigentlichen Film und seiner Wirkung.
Mir gefiel das Remake deshalb etwas besser, weil es zeitgemäß
gut eingefangen wurde, und somit auch den Sinn eines Remakes durchaus erfüllt.
Man hielt sich (der Vorlage gerecht) nah am Original, brachte aber auch kleine
(und teilweise) nützliche Neuerungen mit ein, ohne aber den Film zu verfremden.
Somit werden Fans, welche bereits Wes Craven's Version kennen,
auch hier recht schnell Zugang finden. Die Frage ist nur ob er ihnen gefallen wird...
Ich selbst fand die Wüstenlandschaft optisch schön eingefangen,
und auch die etwas härtere Richtung bei den Action Szenen gekonnt umgesetzt.
Natürlich ist es nicht möglich gewesen die Grundstimmung von 1977 wiederzugeben,
aber ich denke dies sollte auch nicht die Voraussetzung für diese Verfilmung sein.
Ich sehe es eher so: Wie würde "The Hills have Eyes" aussehen,
wenn man ihn erst jetzt, 2006 erdacht und gedreht hätte?
Ja, und so wie er sich hier zeigt, so würde (und tut) er dann auch aussehen.
Trotz der ansprechenden Optik, und der härteren Gangart
blieb bei mir die eigentliche und erhoffte "Schock" Wirkung aus.
Das liegt mit an der Routine welche den Film umgibt, sicherlich für Slasher Fans
ordentlich gemacht, aber nach starken Beiträgen wie "Saw" oder "Hostel"
nicht mehr so schockierend, überraschend oder gar clever genug in Szene gesetzt.
Mir fehlten die besonderen Schock Momente, welche unter die Haut gehen.
Es gab zwar gelungene Szenen, zb. "Vater in feuriger Not"
oder "Erwachen in der Menschentruhe",
jedoch waren diese eher selten und kleine Detail Ausnahmen.
Das meiste war dann eben doch 'nur' brachiale Gewalt die im Vordergrund stand.
Der Rest ist Standart, welcher durchaus solide ist, der aber nichts 'aufregendes'
oder zumindest 'charakterisierendes ' mit sich bringt.
Somit muß man sich selbst die Frage stellen wie man an diesen Film rangeht,
möchte man eine moderne Version eines deutlich älteren Vorgängers sehen,
oder erwartet man etwas mehr, und damit einen für sich stehenden Beitrag.
Ich denke mal für den 'normalen' Kinogänger ist diese Kost zu schwer, somit
bietet er sich Genre Fans an, die ihn aber auch unterschiedlich beurteilen werden.
Den Vorwurf, es wäre mal wieder nur ein Versuch einen alten Horrorfilm
einem jüngerem Mainstream Publikum anzupassen, kann ich nicht teilen.
Dafür (gerade für jene Allesgucker) ist er einfach zu hart,
und bietet auch nicht genügend Teenie Charaktere zur Identifikation.
Er spricht viel eher Slasher Fans an, welche schon lange auf 'richtiges'
Rohmaterial warten und diese 'Light' Kost aller "Scream"
"Urban Legend" usw. längst satt haben.
Sicherlich kann man immer nach dem Sinn eines Remakes fragen,
manche davon sind überflüssig, manche sogar ärgerlich,
aber es gibt auch interessante welche zumindest eine Frische mit sich bringen.
In wie Weit dies auf "Hügel der blutigen Augen" zutrifft,
muß letztendlich jeder für sich selbst entscheiden.
Wie gesagt, es fällt nicht leicht ihn zu bewerten...
6 Punkte
Dean-Corso