Hai Leute!
Als ich die Vorschau von diesem, sagen wir es mal nett, Machwerk sah, wusste ich eines ganz sicher, ein Kumpel von mir will den unbedingt sehen.Gesagt und gestern getan, in einer größeren Gruppe stürmten wir sozusagen die Spätvorstellung und erwarteten das Unerwartete. Spoiler möglich, sogar wahrscheinlich. Schon sehr trashig kam der Anfang daher, mit den drei Wissenschaftlern, einem Opfer und einem nur vage zu erahnenden fiesen aber enorm kräftigem Kerl, der alle vier kurzerhand mal in die ewigen Jagdgründe befördert. Die Szene erinnerte mich stark an Pakt der Wölfe, nur aber halt vom Ablauf her, nicht gemessen an der Qualität, dachte mir jedoch eine Chance soll der Film haben. Der Vorspann dann, mit einem schönen Klassiker aus den Siebzigern war sehr stimmig, die eingefassten Bilder von Opfern des Fallouts waren auch nicht unheftig. Wie ein Vorkritiker dies schon präzise sagte, die Stimmung nach dem Vorspann war dann auch sehr gut, Familie, Tankstelle, total vertrauensunwürdiger Tankwart und sengende Hitze, dies alles gepaart mit einem internen familiären Zwist, da konnte man sich schon freuen. Als der suspekte Tankwart auf Grund von gewissen Umständen der Familie eine "Abkürzung" vorschlägt, weiß man, das kann ja nicht gut gehen. Die ersten vierzig Minuten sind ganz eindeutig die Stärken des Filmes. Aber die folgenden sechzig sind es dann wiederum leider nicht. Die Story muß ja nun nicht verraten werden, da ich den unglücklichen zukünftigen Kinobesuchern nicht die "Spannung" vorweg nehmen möchte. Spannung, diese zu erzeugen ist dem Film nur in Maßen möglich. Die Familie stolpert von einem Unglück ins andere, auch wenn die junge Brenda sehr nett anzusehen ist wie sie sich in der Sonne räkelt, oder ein paar der politischen Kommentare Republikanerhassern ein Schmunzeln auf die Lippen bringt, reicht dies einfach nicht aus. Die so angesprochenen Goreszenen halten sich eigentlich sehr in Grenzen, und auch wenn das Tabuthema Baby angeschnitten wird, ist dem Zuschauer doch schnell klar, dass dem Kind nichts passieren wird. Und man zieht auch eine sehr seltsame Lehre aus diesem Film, nämlich das einmal jeder Mensch, je nach Druckmittel zum Republikaner… äh ich meine zum absoluten Krieger und Massakrierer mutieren kann, ganz ohne Radioaktivität, und das mit Radioaktivität ganz harte Leute entstehen, die alles mögliche wegstecken. Wenn man zwei Flintenlaufgeschosse aus einer 12'er Shotgun abbekommt, kann man sein wer auch immer (außer Superman natürlich), dann liegt man. Da hilft nichts mehr, die Schockwirkung auf den Gesamtkörper ist zu groß. Und dies ist nur ein Beispiel. Auch wenn der Film an einigen Stellen gut punkten kann, wenn zum Beispiel der Handyverkäufer (die Ausbildung muß echt mörderisch sein) in einer Kiste voller Leichenteile, oder auch einfach Fleisch für die nächste Mahlzeit genannt, aufwacht, dann hat das schon was. Aber weswegen es sein muß, das die Guten in dem Film mit Heldenmusik untermalt zur Rache schreiten dürfen, ist doch schon sehr bedenklich, solche Musik habe ich letztens erst bei einem CNN Werbespot für die US Army gehört. Es passieren wahrlich schon heftige Dinge in dem Film, aber an den Stellen, wo man hätte punkten können, zum Beispiel wo der Vater in die Minen gebracht wird, gibt es schon wieder einen Schwenk an einen anderen Ort. Als dann der erste Mutant in Nahaufnahme zu sehen ist, in der berüchtigten Wohnwagenszene, gab es die ersten Lacher, und dies ist wahrlich tödlich für einen Horrorfilm. Auch wenn die Szene an sich nicht schlecht war, sind die gewählten Masken für die Mutanten, deren Verhalten, deren Gesten und deren Motivation doch sehr klischeehaft. Noch eine Kleinigkeit, Vitamin C ist extrem wichtig, damals, also nicht in den Vierzigern, sondern zu Zeiten der Segelschifffahrt, gab es das Riesenproblem mit dem Namen Skorbut. Das scheinen die hier nicht zu kennen, aber es kann ja sein, das diese Mutanten hinter dem nächsten Augenhügel eine Obstplantage versteckt haben, das weiß ich ja nun nicht. Als Fazit, kann ich nur warnen sich diesen Film anzuschauen. (Meine subjektive objektive Meinung). Die Schwächen überwiegen zu sehr, als dass die paar Stärken den Film irgendwie retten könnten. Wenn der Handyverkäufer als Schwächling und Demokrat beschimpft wird, doch dann im Laufe des Filmes scheinbar zu einem guten Republikaner evolutioniert (gibt’s nicht, klingt aber toll), und er dem einen Häscher mit der Amerikaflagge zu Leibe rückt, dies untermalt von frohen Klängen die jedem Helden gut ständen, er auf Grund der vorherigen Taten sich also zu dem Rambo der Handygeneration macht und vor nichts zurück schreckt, dann zweifelt man am Verstand der Drehbuchautoren, des Regisseurs und leider auch an den Darstellern, die nun wirklich keine Glanzleistung abliefern. Was lernen wir nun aus diesem Film? Was ist die Message? (viele suchen ja in jedem Film eine Botschaft, ganz ungeachtet ob der Film denn nur unterhalten soll) Ich denke (nur ich persönlich), dass dieser Film zeigen soll, das wir doch alle im Herzen Republikaner sind, unser Land, unsere Familie und unsere Vorherrschaft verteidigen wollen, dies ganz toll können und das alle anderen die das nicht so sehen Weicheier sind, und dies auf die harte Tour lernen müssen. Immerhin ist der liebe Handyverkäufer (habe mir nicht den Namen gemerkt, da er eigentlich nicht wichtig ist, denn er steht nur als Symbol für die neue Arbeitergeneration) sehr gebeutelt, verliert Frau und Kind, und erkennt dann seinen politischen Irrsinn. Dank dieser Selbsterkenntnis weiß er dann mit der Achse des Bösen umzugehen, kann seinen barbarischen… äh zivilisatorischen Instinkten freien Lauf lassen und sich zu einem Experten in allem aufschwingen, was wiederum aufzeigt, das der freie Mann, wohlhabend und gebildet, immer noch der gefährlichste Motherfucker (Zitat Thursday) der Welt ist, und das bitte auch keiner in Frage stellt. Auch Selbstmordattentäter haben etwas Gutes. Hunde sind toll.Waffen sind toll.Radioaktivität böse.Komische Familien und Leute auch böse.Kurz, alles andere als man selbst, außer dem Mädel das sich um das Kind kümmert (Synonym für untertänige Andere als man selbst), böse. Gut, Sarkasmus und Ironie mal beiseite, ich würde mich auch an diesen Typen vergehen, wenn sie mir ähnliches antun würden, keine Frage, aber leider wird eine sehr seltsame Stimmung erzeugt, die mit einem so drastischen Erlebnis nichts mehr zu tun hat. In Kriegen und anderen Konflikten werden übelste Grausamkeiten begangen, und ich finde die Verantwortlichen sollten auch zur Verantwortung gezogen werden. Aber dieser Film vermittelt eine sehr gefährliche Sichtweise mit dem üblichen Verdächtigen, nämlich gestörten Menschen, die viel durchgemacht haben. Erfahrungen entschuldigen kein Verhalten, aber ich denke dieser Film ist einfach krank. Krank ist im Prinzip auch Sieben, aber er vermittelt eine andere Stimmung, einen anderen Umgang, die Ideen sind seht gut, die Darsteller und auch die Umsetzung. Ähnlich ist Saw, grausame Gewalt an Menschen, aber interessant verpackt und auch gut gespielt, außerdem mit einer einleuchtenden Erklärung. Doch hier wird ein altes Zombiethema aufgegriffen, in Gewalt gewickelt, mit dem Freiheitsgedanken vermischt und präsentiert als Horrorfilm mit realistischem Charakter, wobei keine Auseinandersetzung mit dem Thema stattfindet. Denn noch immer sterben in Amerika Menschen an den Atomversuchen, oder werden Kinder in Tschernobyl geboren, die im Prinzip nicht lebensfähig sind und leiden werden. Dieser Film ist geschmacklos, schlecht umgesetzt (auch wenn anfangs eine gute Atmosphäre eingebaut wird), unfreiwillig komisch und führt zu Sichtweisen, die einem eigentlich politisch aufgeklärtem Land nicht anstehen. Als Remake kann ich es nicht bewerten, denn den alten Film habe ich nicht gesehen. (-/10) Für einen Horrorfilm waren mir zu viele Lacher dabei und der Spannungsbogen wurde zu oft unterbrochen. (3/10) Der Film an sich war krank und geschmacklos, von wegen Terrorschocker. (1/10) (1+3)/2 = 2/10