Eine siebenköpfige Familie ist mit Auto und Wohnmobil quer durch Amerikas Wüstenlandschaft unterwegs zum wohlverdienten Urlaub. Mitten in der Einöde halten sie an einer Tankstelle. Der schräge Tankwart gibt ihnen den Tipp eine Abkürzung durch die Pampas zu nehmen, um viel Zeit zum Urlaubsziel zu sparen. Die Familie nimmt den Vorschlag an und tappt in eine böse Falle. Mit platten Reifen stehen sie im Nirgendwo und überlegen sich währenddessen, wie sie aus dem Schlamassel wieder rauskommen, da (natürlich auch hier) das Handy nicht funktioniert. Doch es lauert eine Gefahr in Form von radioaktiv verstrahlten Kannibalen auf sie in den Hügeln...
Nach Anschauen des Filmes kann man als Zuschauer nur hoffen, dass Regisseur Alexandre Aja weiter auf dem Horror-/Splatter-Sektor wütet. Nach seinem Debüt, dem schonungslosen "High Tension" (der jedoch, aufgrund der miesen Auflösung, mehr Darm-Probleme als Freude bei mir hervorgerufen hat) kommt "Hills have Eyes" als Carpenter-Remake noch eine Spur härter, spannender und überdachter daher.
Nicht, dass das Morden besonders innovativ gestaltet ist. Nein, Aja lässt Figuren an Stellen (und das ganze schonungslos mit voll draufhaltender Kamera) sterben, an denen man (noch) nicht gerechnet hat. Die Konsequenz von ihm geht dabei so weit, dass ich mir nicht sicher war, ob Verstrahlo-Man Nr.1 mit draufhaltender Knarre das Baby nicht doch erschießt...
Einen Schulterklopfer hat sich das SFX-Team verdient, da es selten bessere Effekte zu bestaunen gab wie die hier gezeigten.
Dabei wird das ganze Szenario klassisch in zwei Hälften geteilt - nach dem ernüchternden Intro, in dem ein paar Forscher mit viel Kraft und einer Spitzhacke längs gemacht werden, wird erstmal die Familie vorgestellt. Die Atmosphäre wirkt auch hier schon sehr bedrohlich, die Kamera und Score leisten wunderbare Arbeit diesbezüglich.
Eigentlich wünscht man keinem der Darsteller (naja, bis auf Fick-und-Gras-geil-Blondie) den Filmtod. Alle Charaktere haben Sympathien für ihre Art sicher.
Danach dreht Aja bis zum Anschlag auf und zu der gruseligen Atmosphäre gesellen sich noch der pure Terror und das Abschlachten. Bemerkenswert, dass der Regisseur nicht auf das Stilmittel "Dunkelheit" zurückgreifen muss. Hier schaudert´s einen auch im Hellen ganz ordentlich durch. Die Locations, das konsequente Wegsterben, dass man keinen Charakter auf der sicheren Seite verbuchen kann, wer das hier überlebt, und das Verhalten der verstrahlten Backwoods reichen dafür vollkommen aus. Zudem gesellen sich noch treffsichere Schocks (man denke nur mal an das Erwachen in der leckeren Kühltruhe mit menschlichen Chicken McNuggets...)
Bei der gnadenlosen Konsequenz, die hier an den Tag gelegt wird, interessieren auch die Hunde nicht, warum sie die Backwoods wie die übelst abgerichteten Kampfhunde ohne Grund angreifen (zumindest den Fernglas-Mensch, der voyeurt ja nur vor sich hin), aber vor dem Baby am Wohnwagen als Schmusehund rumdackeln. Oder etwa die Antwort auf die Frage, warum die Hinterwälder denn nun auch Menschenfleisch sehr lecker finden.
Ach was soll´s. Besser geht´s nicht.
"Hills have Eyes" ist endlich mal ein Aufschrei, den wir Horror- und Splatter-Freunde uns ungeschnitten so gewünscht haben. Alexandre Aya, weiter so!
10/10