Review

The Hills have Eyes

Ultrabrutales Machwerk, welches sich gekonnt in die Riege der neumodischenHorror-/Terror-/Extremekligsonstwasfilme wie Saw 2 o.ä. einreiht. Tatsächlich bezieht der Film seinen Hauptreiz

einzig und allein aus einer Reihung von unfassbar expliziter Gewaltszenen die für mich das bisherige Nonplusultra darstellen. Das alleine macht den Film schon sehr fragwürdig. Denn anders als in anderen Filmen wie Sin City oder Kill Bill Vol.1 in denen Ironie, Übertreibung und comicartige Verfremdung die Intensität der Gewalt abbremsen oder konterkarieren, ist hier die absolute Ernsthaftigkeit vorhanden. Kein cooles Sprücheklopfen, keine hochstilisierten Bilder: Das hier ist direkt, schmutzig, ungefilterter Hass, grenzenloses Morden. Die  Handlung läuft schier und schlichtweg darauf hinaus die Gewalt als einzige noch mögliche Lösung anzubieten und sie zu rechtfertigen. Tatsächlich ist ja das Perverse daran, dass man die rücksichtslosen Gewaltakte auch noch als Zuschauer gutheißen kann, das man sich mit der Hauptfigur identifizieren kann. Das spricht somit den potenziellen Mord und Totschläger in uns allen an. Als Zuschauer steltl man sich unweigerlich die Frage, ob man zu selbigen Taten fähig wäre um vielleicht gar zu dem Schluss zu kommen, ja, man wäre es. Ein unheimlicher, reizender und abstoßender Gedanke zugleich. Letztendlich feiert der Film seinen größten Mord und Totschläger als Helden und

suggeriert uns somit die Richtigkeit seines Handelns. Mord ist immer gut und richtig, solange du einen ausreichenden Grund dazu hast(kein Sorge: den hat der Held).

Hinzu kommt die fragwürdige Darstellung der "Bösen Partei" im Film. Diese sind leider auch nur Menschen, welche durch Strahlung zu missgebildeten Kreaturen wurden. Aber im Grunde sind es Menschen, sie können sprechen. Doch kann man dem Film vorwerfen, missgebildete Menschen als bösartiges Volk zu dämonisieren deren liebste Beschäftigung der Kannibalismus ist. Ein Schlag für alle behinderten Personen, die sowieso schon genug zu kämpfen haben.


Das alles sind Aspekte, die man in dem Film mit etwas Abstand ausmachen kann. Es ist mitnichten ein schlechter Film, dazu erziehlt er dann doch zu sehr den gewünschten Effekt. Spannend ist der Film eher weniger, im Gegenteil, mit fortschreitender Dauer weicht das Subtile dem Offensichtlichem. Auch die gelegentlich rockige musikalische Untermalung nimmt viel von Atmosphäre(also wieder typisch für die ach so wilden neuartigen, trendy Metzelfilme im Videocliplook. Wann lernen

die endlich, dass das total sinn- und substanzlos daherkommt?). Die Anspannng beim Zuschauer rührt von der unerwarteten Wucht des Gezeigten. Unbedarfte und unvorbereitete Zuschauer werden hart ge- bis überfordert(wie mein bester Freund, dem das deutlich anzusehen war, dass er zu kämpfen hatte mit den Bildern) und bisweilen an die äußersten Grenzen des guten Geschmacks und des moralisch vertretbaren geschickt(naja, Horrorthriller und Moral ist ja auch so eine Sache). Somit reiht sich der Film in einen neuen, brutalen Trend der Traumschmiede Hollywoods.

Fazit:

Jenen empfohlen, die generell das Genre mögen und somit keine Scheu vor harten Gewaltszenen haben. Jenen empfohlen, die nach ein paar seichten Filmen einen ordentlichen Adreanlinkick brauchen.

Jenen empfohlen, die damit angeben wollen "was für einen brutalen Film sie doch gesehen haben!" (gilt nur für unter 18-Jährige).

Jenen empfohlen die sich selbst mal austesten wollen, wo denn ihre Erträglichkeitsgrenzen zu verorten sind.


Und nicht demjenigen empfohlen der meint, Starship Troopers und Kill Bill 1 seien schon arg grenzwärtig gewesen.


Aber Summasumarium: Schwer verdauliche wie erstaunlich kurzweilige Unterhaltung. Hirn aus, glotzen, staunen, vergessen.


6/10

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