Review

Wes Craven, Regisseur des Originals von 1977, hat dieses Remake mitproduziert und mit Alexandra Aja saß jemand auf dem Regiestuhl, der seine Arbeiten nicht zimperlich bebildert. Gute Voraussetzungen also, das Ergebnis ist dann aber nicht der große Wurf geworden.
Die Ausgangslage ist überwiegend gleich. Eine Familie auf dem Trip durch die Wüste strandet eben dort und muss sich alsbald mit monströsen Mutanten herumschlagen, denn in der Gegend wurden früher massenhaft Atomtests durchgeführt. Die Strahlemänner sind der Familie nicht wohlgesonnen, Überfall, Verschleppung, Rettungsaktion.

Visuell ist das gelungen und sieht stimmig aus, die Abgeschiedenheit erzeugt eine passende Atmosphäre. Völlig verlassen in der wüsten Pampa, gedreht wurde in Marokko, ist das Gefühl des Ausgeliefertseins immer wieder greifbar. Hier spielt das Remake seine Stärken aus.
Die Protagonisten fallen eher nicht in diese Kategorie. Dass sie zu Beginn eine recht lange Einleitung bekommen ist schon verschwenderisch, denn so interessant sind die Figuren nun auch nicht angelegt. Zwar ist die Gruppe in Anschauungen halbwegs divers aufgestellt und man mag da (je nach Begleitlektüre) einen absichtlich eingebrachten gesellschaftlichen und politischen Diskurs herauslesen. Letztlich haben sie eben ein kleines Fähnchen am Auto, Schusswaffen dabei und decken so manches Ami-Klischee in persona ab.

Sei's drum, emotional packend will das hier trotz mancher Härten nicht werden. Dabei wildert Aja szenenweise durchaus gekonnt im Terrorkino, seine Bilder sind teils siffig und manchen Raum kann man schon fast riechen. Das sieht immerhin auch gut aus, die Effekte sind chic und teils saftig, die Maskenabteilung kann hier ebenfalls für sich Werbung machen, wobei die Unterstützung per CGI hier gut ergänzt. Dramaturgisch ist das dafür eher einfach gestrickt, viel zu erklären gibt es letztlich auch nicht. Und trotzdem lässt sich einer der Verstrahlten dazu ungefragt hinreißen, was letztlich erzwungen wirkt, weil man es wohl irgendwo unterbringen musste.

Zum Nägelkauen ist das alles nicht, dafür aufgrund der Weite und Verlassenheit durchaus atmosphärisch. Leider auch mit Jumpscares versehen inklusive der ganz dummen Sorte, bei der jemand von einem überzogenen Sounddesign begleitet einfach kurz durch's Bild läuft. Dieses Niveau hätte Aja gar nicht nötig, aber er kann sich eben auch nicht auf die Wirkung der Figuren verlassen. Dafür eben auf das Szenario selbst und die Effektabteilung, sodass das Remake von „The Hills Have Eyes“ ein okayer Genrevertreter ist. Mit den Klassenprimi der Terror-Abteilung kann er aber nicht mithalten.

Details
Ähnliche Filme