Gentleman und Franzose Paul Regret erschießt in einem ehrlichen Duell einen, der ihn beleidigte. Da er sich jedoch in Amerika aufhält ist dies ein Verbrechen und er wird somit von Ranger Jake Cutter verfolgt.
Schon bald kann diese Regret verhaften und befindet sich schon auf den Weg zum Gericht, damit der als Verbrecher betitelte seiner gerechten Strafe, dem Galgen, zugeführt wird. Verständlich, dass Paul Regret alles daran setzt um diesem Schicksal zu entgehen und so schlägt er den Ranger in einem günstigen Moment nieder und flieht abermals.
Jake Cutter hat jedoch erst einmal andere Sorgen, als hinter dem Gauner hinterher zu jagen, denn die Bande der Comancheros macht den Gesetzeshütern zu schaffen. Undercover soll Cutter den Dingen auf den Grund gehen. Er trifft sich mit einem Mittelsmann genannt Crow und geht mit diesem ein Waffengeschäft ein. Dabei trifft er auch zufällig wieder auf Regret. Ein haarsträubendes Abenteuer beginnt.
John Wayne ist in diesem Klassiker wieder voll in seinem Element. Als Ranger Jake Cutter darf er wieder einmal das Gesetz vertreten und den Gangstern gehörig den Marsch blasen. Dabei ist sein Kollege wider Willen Stuart Whitman, der in der Rolle des Gentleman Gauners Paul Regret eine ganz passable Figur abgibt.
Einer der Bösewichte wird verkörpert von Lee Marvin, den man als halbskalpierten Tully Crow erleben darf. Marvin verkörpert das miese Schwein mit Bravour und erhält schon bald die richtige Quittung dafür. Natürlich von Wayne, versteht sich.
Und noch einen Darsteller möchte ich erwähnen. Michael Ansara sieht man in der Rolle des Amelung einem recht wichtigen Mann der Comancheros. Ansara ist den Star Trek Fans aus seiner Rolle des Klingonencommanders Kang bekannt und spielte diesen Part in der Classic Serie, in Deep Space Nine und sogar in Voyager.
Aber bleiben wir noch etwas bei den Stars. Dass John Wayne hier die erste Geige spielt ist unumstritten. In den Nebendarstellern finden sich jedoch auch sein Sohn Patrick Wayne, der als Texas Ranger Tobe auch ganz gut zu überzeugen versteht.
Und wo John Wayne ist, ist auch ein Bruce Cabot nicht weit. Cabot war in vielen Western zu sehen, in denen Wayne auftrat. Scheinbar kamen die beiden gut miteinander aus.
„Die Comancheros“ der Anfang der 60er von Westernregisseur Michael Curtiz gedreht wurde ist ein unterhaltsamer und auch spannender Film mit einer gut durchdachten Geschichte und sehr guten Darstellern. Angenehm dabei ist, dass Curtiz das ganze mit lustigen Momenten auflockert, die aber vornehmlich auf das Konto von Wayne gehen. Besonders prägnant ist da seine Anrede für Paul Regret. Er nennt diesen nämlich nicht Monsieur Paul Regret, sondern Monsör Paul Regret.
Daneben erfreut das Auge des Zuschauers aber auch so manche Actioneinlage in der das Schießeisen der beteiligten sehr locker sitzt.
Michael Curtiz ist ein ausgewogenes Verhältnis von Handlung und Action gelungen und auch optisch versteht er zu begeistern. So punktet der Film neben den herrlichen Naturaufnahmen auch mit aufwändigen Kostümen und beeindruckenden Settings.
Ich bin vortrefflich unterhalten worden. Auch wenn ich anfangs einige Schwierigkeiten hatte, weil ich mit der Figur des Paul Regret nicht so ganz zufrieden war, entwickelt sich der Film doch zu einem wirklich fesselnden Western, der viele Wendungen bietet, wie gesagt gut durchdacht ist und den die Schauspieler mit ihrem sehr guten Spiel zu einem gelungenen Erlebnis machen.
Besonders hervorzuheben sei aber auch Elmer Bernsteins unvergleichliche Musikuntermalung. Da möchte man den Vorspann gleich mehrere male ansehen. Wie bei „Die glorreichen Sieben“ ist ihm eine herrliche Melodie geglückt.
Ein kurzes Wort zur DVD:
20th Century Fox brachte den Film schon in mehreren Auflagen auf den DVD Markt. Was sich dabei aber lediglich änderte war das Cover. Die Scheiben sind immer identisch. Hier bekommt man ein sehr gutes Bild und einen erstklassigen englischen Originalton. Der deutsche Ton hingegen enttäuscht doch sehr, denn nicht nur dass das Tonrauschen recht auffällig ist erlebt man auch starke Schwankungen in der Klangqualität. Da kommt Elmer Bernsteins hervorragende Musik rein gar nicht zur Geltung, was doch sehr schade ist. Zudem bietet die DVD nur einen Kinotrailer. Die Auflage der „Grosse Film – Klassiker“ Edition bietet da noch ein klein wenig mehr, denn hier findet sich in der Verpackung noch eine Posterkarte mit dem Covermotiv und ein mehrseitiges Booklet mit kleinen Informationen zum Film und ein, zwei Stars.
Alles in allem bleibt uns 20th Century Fox eine ansprechende Auflage aber bis heute schuldig.