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1987 wurde die wohl erfolgreichste und beliebteste Sitcom der Welt geboren. „Eine schrecklich nette Familie“. Die Sitcom rangt um ein erfolglosen Schuhverkäufer und seiner Familie die aus zwei Teenager und einer Hausfrau besteht. Wer jetzt allerdings eine Bilderbuchfamilie erwartet der wird sich ganz schön irren. Denn die Bundy´s sind neben den „Flodder´s“ die wohl vulgärste und auch extrem gehässigste Familie der Welt.

Der Alternativtitel „Not the Cosbys“ trifft wirklich den Punkt. Denn ich glaube ich spreche für alle das man langsam genug hat von lieben glücklichen Familien wo es kaum Probleme gibt und die extrem unrealistisch rüberkommen. Und darin sind die Bundys einfach anders. Sie hassen einander sind komplett pleite und der Familienvater könnte sich eigentlich jeden Tag eine Kugel in den Kopf jagen.

Der Familienvater der Bundys heisst Al Bundy. Er ist wohl der beliebteste Sitcom Star der Welt. Doch weshalb lieben ihn die Zuschauer so sehr? Ich denke es liegt an seinem unveränderlichen Charme. Wir kennen ihn als Schuhverkäfer, als Frauenfeind, und an seinen wohlbekannten 4 Touchdowns in einem Spiel bei Polk High. Seine Frau Peg ist aber kein Volt besser. Sie sieht nur Fern und arbeitet nicht. Und die Kinder der beiden werden auch nicht grade ein normales Leben führen können.

Denn die beiden Sprösslinge sind ebenfalls extrem asozial. Kelly ist die Tochter von Al. Sie sieht extrem gut aus aber leider umso dümmer ist sie auch. Und da hätten wir auch noch Bud. Der Junge der sich so Cool fühlt aber noch mit 21 in der Pubertät steckt. Unvergesslich sind auch Buds Verkleidungen. Wie Großmeister B. Wo er immer wieder in die Identität eines Ghetto Gangsters annimmt. Dieser Name wird in vielen Folgen parodiert und das sehr treffsicher.

Bud hat in der gesamten Serie mit den Mädchen wenig bis überhaupt kein Glück. Wo wir gerade beim Thema schöne Mädchen sind, hier wimmelt es nur so von schönen und attraktiven Mädels auf denen Al auch noch ein Auge wirft. Al hat auch noch den Beruf „Schuhverkäufer“ bekannt gemacht. Wenn man in einer Online Suchmaschine das Wort „ Schuhverkäufer“ eingibt hat fast jeder zweiter Treffer was mit Al Bundy zu tun.

Das wichtigste an einer Sitcom sind außer den Personen auch noch die Gags. Und die schlagen hier volle Wucht ein. Die ersten 4 Staffeln sind unverwechselbar gelungen. Allerdings flacht die Sitcom am Ende völlig ab. Und alte immer wieder gehörte Gags werden in den letzten Staffeln richtig ausgeschlachtet. Die Hühnerbeine, die Gummipuppe, die Dicken-Witze, Pickel-Creme u.s.w.

Von den oben genanten Hühnerbeinen wird kein anderer gemeint als Marcy Rhoades. Sie ist die Nachbarin von den Bundys. Und außer Marcy wohnt auch noch anfangs der Banker Steve Rhoades mit ihr. In der 5. Staffel springt allerdings Ted McGinley ein. Die Meinungen über diese zwei Personen mögen geteilt ausfallen weil eigentlich beide gut gespielt worden sind. Aber mein Favorit ist ganz klar Jefferson. Er kommt einfach coller rüber.

Al´s Macken verfolgen den Zuschauer bis zum Ende. Außer seinen "4 Touchdowns" liebt er auch noch eine Fernsehserie namens "Psycho Dad". Und immer wenn Al sich auf der Couch fallen lässt, steckt er sofort die rechte Hand in die Hose. Solche Macken von Al sind bereits Kult. Und auch die wohlbekannte "Nacktbar" ist eigenlich jeden Bundy-Fan bekannt. Sie tritt am Ende der Serie ziemlich oft auf. Manche würden lange brauchen für den Einstieg in die Sitcom Zeit. Denn diese Serie ist die etwas andere Sitcom.

In jeder 22 Minuten Folge geht es Al schlecht und Probleme sind für ihn unausweichlich. So das man manchmal Mitleid mit ihm hat. Natürlich gibt es auch Folgen wo Al mal glücklich ist, das sind allerdings nur die Folgen wo Al Geld besitzt. Jedoch verschwendet er es innerhalb einiger Tage wie seine Frau. Von Sparen haben die wohl noch nie was gehört. Das Bundy Haus ist ebenfalls extrem Kult. Die lange kurvige Treppe der Bundys ist ein wirkliches Markenzeichen.

Ich hasse Folgen in den Peg ihren Mann Al immer wieder bis auch das letzte Hemd auszieht. Und die Kinder sind auch nicht besser. Aber ich denke der Charme kommt auch daher weil Al immer der Verlierer ist, in fast jeder Situation. Es gibt ganz wenige Folgen in dem Al mal ein Gewinner ist. Sein 74er Dodge ist auch schon Kult.

Was Typisch an jeder Sitcom ist, sind die eingespielten Lacher. Während in Amerika echte Leute in einem Theatersaal sitzen und die Folge sehen werden in Deutschland kopierte Lacher vom Band abgespielt. Wie bei jeder Sitcom eigentlich. Doch die Lacher sind derart übertrieben und komplett misslungen das sie schon wieder zum Gag passen und schon zur Gewohnheit wurden. Und nach der Zeit kann man die Lacher sogar imitieren.

Die Gags sind meintens extrem fies und gemein gehalten und auch einige „Kultzitate“ und unvergessliche Szenen lassen einen immer wieder an die Serie erinnern. Wie der Begriff „Dumpfbacke“ den Al Bundy mitte der 90er revolutionierte. Und auch der Bundyruf und die Familienversammluingen wie die „Babyversammlungen“ sind Kult.

Ein bestimmtes Thema rankt sich um alle 261 Folgen. Und zwar das Thema Sex. Nun verstehen sie warum ich oben „Vulgär“ schrieb. In jeder Folge spielt Sex eigentlich eine Rolle. Und ich rede von der Situation wenn Al mit seiner Frau schlafen „muss“. Denn Al verabscheut diese Sache ungemein. Nach seiner Meinung nach ist Sex mit der Ehefrau eine Sünde, eine Schande. Und da kommen wir wieder zu einem völlig anderen Thema.

Es müsste jedem bekannt sein das in fast jedem Film bzw. in jeder Serie irgendwas komplett unrealistisch erscheint. In „Eine schrecklich nette Familie“ gibt es auch so einige Stellen wo einige Szenen ziemlich weit hergeholt wurden und sehr übertreiben dargestellt wurden. Gerade in den letzten Staffeln bemerkt man das klar. Aber Al Bundy Fans können darüber hinweg sehen.

Im Laufe der Zeit verändern sich die Charaktere. Ist ja auch klar denn nach 10 Jahren Sitcom sieht man die Veränderungen sehr Stark. Gerade bei Al. In den letzten Staffeln sieht man wie seine Haare immer weniger werden. Bei Peg hat sich allerdings in 10 Jahren wenig verändert. Der gleiche Gang, die gleiche Einkaufsmacke und die gleiche kultige rote Frisur von Peg.

Und auch Marcy gefiel mir früher bedeutend besser. Denn in den letzten Folgen werden ihre Masochistischen Vorlieben immer mehr ausgeschlachtet. Und auch die Hunde der Bundys wechseln. Buck wird in der 212 Folge ersetzt. Die Hunde können sogar „sprechen“. Aber um ehrlich zu sein ist es sehr oft so das Sitcoms gerade am Ende schlecht und langweilig werden so ist es leider auch hier so.

Was der Serie zum Kult verhalf war auch der Al Bundy Männerclub „No Ma´am“, mit seiner „tollen“ Anhängerschaft. In der Mitte der Serie sehen wir auch einen etwas kleineren Artgenossen und zwar der Junge „Sieben“ der urplötzlich verschwand oder der nie geborene Bundy. Die Titelmelodie trägt auch einen Teil zum großen Erfolg der Serie bei. Frank Sinatra´s Hit ist noch heute Kultverdächtig.

„Eine schrecklich nette Familie“ ist eine Sitcom die einfach Klasse ist. Die Darstellung stimmt und die Storys. Leider ist das Ende der Serie sehr Lahm ausgefallen. Aber das ist ja bei jeder Serie so. Egal ob Al´s Klomacke bis hin zu seinem Männerclub ist die Serie ein Genuss. Mir ist Aufgefallen das ich knapp 10 mal das Wort Kult benutzte und das ist die Serie allermale. Diese Serie ist und bleibt ein Evergreen.

Fazit: Die wohl beste Sitcom der Welt!

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