Review

Gesamtbesprechung

Die wohl berühmteste Sitcom aller Zeiten beschäftigt sich um das Leben des ewigen Verliers Al's, der zusammen mit seiner intoleranten Familie, die man niemanden wünscht, durchaus abwechslungsreiche Abenteuer erlebt. Heute möglicherweise etwas abgedroschen, damals ein Welterfolg.

Fängt alles in der ersten Staffel noch relativ bodenständig an, entwickeln sich die Charaktere im laufe der Serie immer weiter: Al (Ed O`Neil), am Anfang Verlierer, später pessimistisch und ein noch größerer Verlierer; Peg (Katey Segal), anfangs intolerant, später kaufsüchtig und respektlos, Kelly (Christina Applegate), zuerst stinknormale Tochter mit einigen Mängel, später saublöde Barbie-Puppe; und Bud (David Faustino), der sich vom streberhaften Alltags-Sohn zum dauergeilen Möchtegern entwickelt. Aber auch abseits der Familie gibt es Personen, deren Charakter erst mit der Zeit hinauswächst: Marcy wandelt sich von der typisch amerikanischen Nachbarin zur reißerischen Feministin und ihr (erster) Mann Steve wird vom Standart-Nachbarn zum teilweise unterworfenen Mitleidserreger. Später gibt es dann auch noch Jefferson, zuerst ein relativ schmieriger Schönling, später der überhebliche Macho, der seine Frau hinterrücks verarscht, aber ihr sonst in den Arsch kriecht.

Eine bunte Ansammlung verschiedener Leutchen. Ab und zu huscht auch mal eine halbnackte Frau durch die Episoden, um den notgeilen Al und Bud die letzte Spucke aus der Mundhöhle tropfen zu lassen, aber das kann man angesichts der Gagdichte getrost hinnehmen.

Aber wie bei jeder Serie schwächelte auch diese später an Ideenlosigkeit und sich wiederholender Gags. So merkt man es insbesondere in den letzten Jahren, dass man zunehmend verzweifelt versuchte, hier und da neues in die Serie zu bringen, was wieder Leute anlockt. So waren es hier und da doch wirklich Fantasy(!!!)-Elemente, mit denen man die Serie auffrischen wollte. Da lobt man sich die Folgen zwischen den ganz frühen und den ganz späten Jahren, denn die sind genau richtig - auch wenn es auch dort Fehlzündungen gab. So wurden zwei (glaub ich) Episoden völlig in den Sand gesetzt. In der einen versuchen sich Vater und Sohn (Nicht die Bundys, sondern zwei Charakter, die später so gut wie keine Auftritte mehr haben) sich irgendwie in der Welt der Reichen zu etablimieren. Und in der anderen Episode (Die schlechteste der ganzen Serie!) geht es um irgendwelche Teenager, die irgendeinen Radiosender verwalten. Der Humor gerade dieser Episode zeigt sehr deutlich die Abnutzungserscheinungen einer jeden Serie.

Ist zwar Geschmackssache, aber ich persönlich bin Fan der Episoden, in denen es vordergründig um Al und Peggy geht (Al ist einfach der Star der Serie, unbestritten), mit manchen der Bud/Kelly Folgen kann ich leider nicht viel anfangen, die gewisse Würze (oder um es geraderaus zusagen: AL ) fehlt einfach.

Highlight einzelner Episonden sind eh die vornehmen Fäkal- und Schimpfwörter Al's, weil es sowas vorher einfach nicht in einer öffentlichen Serie gegeben hat. Wer über Al nicht lacht, der muss schon humorlos sein.

Fazit

Unübertroffen der König der Sitcoms, der sich zwar auch nicht mangels Ideenreichtum in späteren Jahren behaupten konnte, aber dafür trotzdem mit irgendwie sympathischen Leuten und herrlichen Witze in die Herzen (und Köpfe) der Zuschauer spielen konnte.

9,5/10

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