Die alten Staffeln bieten beißenden Humor vom Allerfeinsten und ich habe in meinem Leben die Erfahrung machen müssen, dass anscheinend viele Menschen nicht wissen, was Ironie, Sarkasmus und Zynismus sind. Aber dafür können die Bundys natürlich nichts und sind dabei unterhaltsamer als jede Familie, die ich bisher im Fernsehen und realen Leben kennen lernen durfte!
Al Bundy ist der Prototyp eines Versagers, der namenlose Arbeiter in einer technologisierten Welt, der seine 15 Minuten Ruhm während 4 Touchdowns in einem Footballspiel hatte, was er oft und gerne erwähnt. Seine Frau ist die Faul- und Sexgeilheit in Person, während seine Kinder liebenswert doof (Kelly) und einfach nur bemitleidenswert (Bud) sind. Die profanen Gedanken des Hundes Buck (der später aufgrund seines Todes durch den schlechteren Lucky ausgetauscht wurde) setzen diesem Elend die Krone auf.
Doch damit nicht genug, auch die Nachbarn sind Kult! Marcy und Steve Rhoades sind das Vorzeigeehepaar der amerikanischen Gesellschaft, in der nur beruflicher Erfolg zu zählen scheint. Später wurde Steve durch Jefferson, einen selbstverliebten Arbeitsmuffel und Ehemann Nummer 2, ersetzt und der stand seinem Vorgänger in nichts nach.
Die späteren Staffeln waren leider nicht mehr so originell und witzig wie der Beginn der Serie, aber das hatte mich aufgrund mehrerer genialer Folgen im Frühstadium nicht verwundert. Einzelne herausragende Episoden zu nennen, wäre tagelange Arbeit und deshalb schließe ich mit der Einschätzung, dass „Eine schrecklich nette Familie“ im Laufe der Jahre bis zu ihrer endgültigen Einstellung immer schlechter wurde, was dem Kultcharakter der ersten Staffeln jedoch keinen Abbruch tut und deshalb werden die Bundys wohl ewig meine Lieblingsserie und –familie bleiben!
9/10