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John Wayne und Lee Marvin prügeln sich. Daneben gibt es noch eine Romanze mit einer störrischen Dame aus Boston, ein Geheimnis das es zu hüten gilt, jede Menge Bier das getrunken werden muss, Strandschönheiten, einen schleimigen französischen Gouverneur und eine Reizüberflutung an traumhaften Bilder einer idyllischen Pazifik Insel. Diese ganze Mixtur ist noch dazu der letzte Film den Regielegende John Ford mit seinem Hauptdarsteller Nr. 1 John Wayne. Wenn beide zusammen gearbeitet haben sind immerhin solche Werke wie: Stagecoach (1939), The Long Voyage home (1940), They were expendable (1945), Fort Apache (1948), 3 Godfathers (1948), She wore a yellow ribbon (1949), Rio Grande (1950), The Quiet Man (1952), The Searchers (1956), The Wings of Eagles (1957), The Horse Soldiers (1959), The Man who shot Liberty Valance (1962) und How the West was won (1962) zu Stande gekommen. Der Film hier Donovans Reef (OT), wohl in Hawaii gedreht, soll wahrscheinlich vor allem eins schlechte Laune verderben und gut unterhalten.

So beginnt auch der Film, mit launiger leicht kitschiger Südsee Musik und einer Geburtstags Schlägerei zwischen Barbesitzer Donovan (John Wayne) und seinem Ex Navy Kumpel Gilhooly (Lee Marvin). Bevor sich beide aber grün und blau schlagen, schreitet der örtliche Arzt Dr. Dedham (Jack Warden) ein. Ein ehemaliger Navy Offizier der auch im Krieg auf der verträumten Südsee Insel gestrandet ist . Dieser ist auch Erbe einer Beteiligung an einer Bostoner Reederei. Gut gelaunt geht es dann ins verschneite Boston, wo seine stocksteife Tochter (Elizabeth Allen) samt ebensolcher Verwandtschaft residiert und dem besagten Arzt nun dieses Erbe streitig machen will. Also muss sie sich auf in dieses Paradies machen, mit Namen Haleakaloha, begeben und einen unstetigen Lebensstiel ihres Vaters nachweisen zu können. Dort angekommen trifft sie gleich mal auf Raubein Donovan und auch der hinterhältige Gouverneur (Cesar Romero) ist an der reichen Dame interessiert.

Dem halbwegs erprobten 50er und 60er Jahre Komödien und Romanzen Gucker muss man wohl nicht mehr erzählen wie die Geschichte weitergeht. An der Zahl der oben genannten Charaktere kann man auch ein Problem dieses Filmchen erkennen, zu viele Leute die zu wenig zu tun bekommen. Ein paar nette Szenen für Lee Marvin ist einfach zu wenig. Vor allem dann wenn er angeblich der zweite Star neben dem Duke ist. Ob Lee Marvin allerdings nur betrunken spielt, sei mal dahin gestellt. Dahingegen hat Cesar Romero eine bessere und lustigere Rolle als Playboy Gouverneur, und die kostet er auch voll aus. Cesar Romero ist den meisten wohl als Joker aus der 60er TV Serie Batman bekannt. Jack Warden und Elizabeth Allen wirken neben diesen Comic Figuren und fröhlichen Insulanern staubtrocken. So scheint es fast als ob John Ford mal mit seinen Kumpels und seiner Yacht Araner, die immer schön im Bild ist, beschlossen hat ein bisschen Urlaub zu machen. Und so nebenbei wird auch noch eine leichte Komödie gedreht. Eigentlich keine so üble Idee nur war das Endergebnis nicht ganz so befriedigend.

John Wayne spielt wie so oft einen Typ raue Schale weicher Kerl, der gern mal Frauen aufs Knie legt. Einige seiner Sager sind wirklich witzig und tragen durchaus zur Erheiterung bei. Der für Komödien dieser Zeit typische Geschlechterkampf, der auch schon besser in „The Quiet Man" gezeigt wurde, wird hier wiedermal präsentiert. Auch das Thema Rassismus das Ford hier so nebenbei streift, kennt man ja schon aus „The Searchers" besser, ebenfalls Familien Zusammenführung aus Rio Grande u.a. So merkt man durchaus, dass Ford in die eher hauchdünne Geschichte mehr reinpacken wollte. Nur die Komödie dauert halt nur ungefähr 109 Minuten und da ist nicht soviel Platz um allzu viel zu vermitteln. Vermutlich ist auch allerhand am Schneidetisch rausgeschnitten worden. Klarerweise leidet die eh schon mickrige Handlung darunter.

Und die Struktur der Handlung ist auch ein Punkt für negative Kritik. Denn nach einem recht flotten Beginn geht es dann doch etwas lahm her und so reiht sich John Ford's Filmchen dann wohl eher in die üblichen Beiträge diverser Inselkomödien ein. Vor allem mehr an Prügeleien mit Lee Marvin wären wünschenswert gewesen. So wurde dann doch die Chance verpasst einen Quasi Vorgänger zu Bud Spencer/Terence Hill Filme zu schaffen. Was ich auch eher negativ sehe, ist dass mit diesem Hau drauf Gag Zuschauer ins Kino gelockt worden sind und dann doch leicht enttäuscht wurden. Überhaupt scheint es auf der Insel einen übermäßigen Vorrat an Bierflaschen zu geben. Denn die werden gegen Wand und Boden geknallt, zersplittern auf Schädel (wahrscheinlich Glas aus Zucker!) und ständig leer getrunken. Dazwischen wird die eine oder andere Zigarre geraucht, kräftig geflucht und über alles Mögliche gelästert. Trotzdem schafft es Ford doch dann und wann dem Zuschauer ein Lächeln zu entlocken und vor allem eines trifft er genau: Urlaubsstimmung. Als Zuschauer kann man da schon ins Schwärmen geraten: Keine Ahnung wo genau diese Insel ist (anscheinend irgendwo in Hawaii gedreht), aber genau dort will wohl jeder Mal hin. Neben diesen Tourismus Hochglanz Bilderbuch tragen gut gelaunte Schauspieler zur Unterhaltung bei. Nur wer wäre bei so einem Drehort nicht gut gelaunt?

Regiert draußen wiedermal Väterchen Frost oder Schlechtwetter, so lässt dieses Filmchen Regen, Schnee, Kälte etc. ... dann doch bald vergessen. Recht feiner Urlaubsfilm mit perfekten Bildern der nach flotten Beginn und lustigen Szenen dann doch merklich abbaut. Vielleicht hätte etwas mehr am Drehbuch gefeilt werden sollen, als die eine oder andere schräg komische Nebenfigur dazu zu dichten. So ist aus meiner Sicht der eher nervige Pater unnötig. Für einen John Ford ein eher schwaches Filmchen, dass mit seine Komödien „Mr. Roberts" oder auch „The Quiet Man" keineswegs mithalten kann. Ein wenig Klamauk, Sprüche von John Wayne und Lee Marvin, Saufgelage und Prügeleien (leider zu wenig!) sorgen für Spaß und lassen den Zuschauer von einer paradiesischen Inselwelt träumen. Danke Mr. Ford, dass sie uns an ihrem Urlaub mit dem Duke teilnehmen lassen!

Not the brandy, you dope!

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