Review

Die energiegeladene Amelia Dedham reist von Boston zu ihrem unbekannten Vater, der seit dem Zweiten Weltkrieg auf der malerischen Insel Haleakaloha lebt, um ihm einen unmoralischen Lebenswandel nachzuweisen. Der ist als Arzt allerdings viel auf den diversen kleinen Inseln unterwegs. Als seine Freunde vor Ort von Amelias Anreise erfahren, gibt Donovan während Dedhams Abwesenheit die drei Kinder als seine eigenen aus. Der Doc soll so die Möglichkeit haben, seiner Tochter ihre Geschwister selbst vorstellen zu können. Doch die muss erstmal versuchen, mit Donovans ruppiger Art und dem Charme der Insel klarzukommen.


In John Fords launiger Südsee‑Komödie begegnen wir einer verschrobenen Mischung aus Post‑Kriegs‑Kameradschaft, skurrilen Figuren, falscher Identität und tropischer Romantik. Ford nannte sie „eine Parodie, eine verrückte, abgedrehte Sache. Wir streben keine Preise an.“

Haleakaloha lässt sich aus dem Hawaiianischen wohl grob mit „Heimat des Lachens und der Liebe“ übersetzen, was den Ton des Films insgesamt recht gut trifft. Auch die Musik ist hawaiianisch, mit der charakteristischen hawaiianischen Gitarre. Das Lied „ Pearly Shells “ wurde als Titelmelodie des Films und später noch einmal in anderen Szenen verwendet.

Gedreht wurde unter anderem auf Kauai, Hawaii, auf dem Anwesen Allerton Estate, der ehemaligen Sommerresidenz der hawaiianischen Königin Emma in der Nähe von Poipu Beach, das heute Teil des National Tropical Botanical Garden ist.


John Wayne spielt Donovan als herzhaften, rauen Haudegen mit dem Herz am rechten Fleck. Sein Freund Thomas „Boats“ Gilhooley wird von Lee Marvin als wunderbar kerniger Gegenpol dargestellt. Elizabeth Allen als Amelia bringt genau die richtige Mischung aus Strenge und Herzenswärme mit, wenn ihre steife Bostoner Haltung langsam von der Leichtigkeit und dem Charme der Inselbewohner aufgelockert wird.

Die Nebenrollen, darunter Jack Warden als Dr. Dedham und Cesar Romero als verschrobener Marquis, ergänzen das Ensemble mit leichter Selbstironie und komödiantischem Gespür.


Regisseur John Ford inszeniert mit einer souveränen Leichtigkeit, die den Film wie ein warmer Wind aus dem Südpazifik umweht. Die Kamera fängt die sonnige Inselkulisse in kräftigen Technicolor-Farben und schönen Bildern ein. Die spritzigen Dialoge und das Zusammenspiel der oft skurrilen Figuren tragen zur entspannten Atmosphäre bei. Dabei konzentriert sich der Film weniger auf dramatische Spannungsbögen als auf das angenehm komödiantische Chaos, das aus kleinsten Missverständnissen erwächst. Getragen wird das vor allem durch die Leistungen des gesamten Ensembles, das mit offensichtlichem Spaß bei der Sache ist. So haben z. B. Donovan und Gilhooley am selben Tag Geburtstag und frönen seit 22 Jahren der Tradition einer zünftigen Geburtstagsschlägerei. Die Chemie zwischen den beiden passt perfekt. Sie wirken vertraut, als wären sie wirklich alte Freunde, die uns einfach nur an ihrem Leben im Paradies teilhaben lassen wollen.


Die Hafenkneipe von Tahiti ist wahrlich nicht tiefgründig, sondern vielmehr eine leichte, herzliche Komödie voller Charme, die durch ihre Landschaft, das angenehme Tempo und das sympathische Miteinander der Charaktere besticht. Ein sonniger Film mit einer ordentlichen Portion Humor, ein wenig Romantik und tiefer Freundschaft.

Für mich ist es ein klassischer Wohlfühl-Film, ein warmherziger Klassiker, den ich immer wieder gerne sehe.


Details
Ähnliche Filme