Review

Gesamtbesprechung

Von „Human Trafficking“ hatte ich im Vorfeld so gut wie nichts gehört.
Ich entdeckte ihn durch Zufall in meiner Stammvideothek, wo er zusätzlich als Geheimtipp gekennzeichnet war.
Als er mir dann auch noch von Bekannten empfohlen wurde, schaute ich mir den Film schließlich an und muss sagen, ich wurde positiv überrascht.

Die Story ist eigentlich recht simpel, aber konsequent spannend und das Thema durchaus aktuell.
Es geht um einen Menschen- bzw. Mädchenhändlerring, der seine Zweigstellen überall auf der Welt hat und seine Opfer mit Model Castings lockt, und sie anschließend zwangsprostituiert.
Besonders gut hat mir an Human Trafficking gefallen, das ständig zwischen den einzelnen Orten der Bordelle bzw. „Häuser“, wie sie im Film genannt werden hin und her geschaltet wird.
Es gibt somit mehrere kleine Episoden und Schicksale, die sich aber alle um denselben Menschenhändlerring drehen, auch wenn sich die einzelnen Charaktere zum Teil nicht kennen.
Zum einen wäre da die 16 jährige Ukrainerin Nadja, die durch ein Modelargentur geködert und in die USA verschleppt wird, um dort als Prostituierte zu „arbeiten“. Ihr Vater macht sich daraufhin große Sorgen und bekommt durch einen alten Bekannten Zugang zu diesem Ring, der immer mal wieder alte Vietnamveteranen als Aufpasser für die Mädchen sucht. Er schleust sich dort ein, um seine Tochter zu suchen und zu befreien.
Ähnlich ergeht es auch der allein erziehenden Mutter Helena, sie lernt in einer Bar einen attraktiven jungen Mann kennen, dem sie vertraut und mit dem sie auch zusammen wegfährt, doch was sie nicht weiß ist, das dies nur eine weitere Methode ist junge Frauen zu ködern.
Sie wird zur Prostitution gezwungen und als Druckmittel wird ihre kleine Tochter benutz, der sie im Falle eines Fluchtversuches etwas anzutun drohen.
Ein weiteres Schicksal erleidet die kleine Annie, die mit ihren Eltern zusammen in Manila Urlaub macht. Sie wird vor den Augen ihrer Mutter in ein vorbeifahrenden Kleinlaster gezogen und entführt.
Doch für die opfer ist nicht alles verloren. Die junge und sehr engagierte Polizistin Kate Morozow ermittelt zusammen mit ihrem Boss gegen den Mädchenhändlerring und ist sogar bereit sich selbst dort einschleusen zu lassen, um das Oberhaupt Sergei Karpovich endgültig zu verhaften.

„Human Trafficking“ hat mir durchweg gut gefallen. Es wird zu keiner zeit langweilig oder irgendwie zäh. Auch wenn es ein paar kleine Logikfehler gibt, oder einzelne Szenen nicht ganz nachvollziehbar sind bleibt der Film recht realistisch und setzt sich gut mit diesem brisanten Thema auseinander.
Die verschiedenen Standpunkte und Charaktere bieten eine menge Abwechslung und auch die darstellerischen Leistungen sind allesamt wirklich gut, auch wenn die deutsche Syncro nicht immer die beste ist.
Einzig und allein das Ende hat mich etwas gestört. Warum muss am Schluss noch so ein Appell an die Moral der Menschen kommen. Der Film war bis dato recht hart und zum Teil schockierend und dann werden Bilder von befreiten Mädchen gezeigt, die fröhlich lachen und anscheinend alles vorher gewesene vergessen haben. Es wird einfach einen auf heile Welt gemacht, während man den Vortrag von Kate hört, wie schlimm die Welt und die Menschen doch sind…..
Aber wenn man davon mal absieht hinterlässt der Film einen bleibenden Eindruck und ist für jeden, der sich mit dem Thema näher befassen möchte eine echte Empfehlung. (7/10)

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