Nachdem ein Kindermörder auf Grund eines Gerichtsfehlers freigesprochen wird, gründen die Eltern ein Art Bürgerwehr, ergreifen und verbrennen ihn. Viele Jahre später kehrt er zurück um sich zu rächen. Er hat einen Weg gefunden, um ihre Kinder, in ihren Träumen zu ermorden...
Während in John Carpenters "Halloween" 6 Jahre zuvor das Grauen Einzug in die "heile Welt" der amerikanischen Kleinstadt erhielt, geht Wes Craven mit seinem mit Abstand besten Film einen guten Schritt weiter, indem er die endlose Dialektik zwischen Gut und Böse direkt in die Seele seiner Protagonisten verlagert. Während bei "Halloween" auf jede psychoanalytische Erklärung der Herkunft des Bösen konsequent verzichtet wurde und es gerade deshalb so verstörend wirkt, weil es vollkommen unmittelbar aus dem Schoss der kleinbürgerlichen Familie entspringt, stützt es sich in "Nightmare" auf ein System von verdrängter Schuld und Angst. Die Eltern der Elm Street haben, und das ist wortwörtlich zu nehmen, eine Leiche im Keller und diese Leiche kehrt nun zurück um sich an ihnen zu rächen.
Die "heile Welt" der Kleinstadt ist hier von vornherein alles andere als heil.
Der Vater von Protagonistin Nancy ist Polizist und Workaholic, während sich ihre Mutter Tag für Tag hemmungsloser dem Alkohol hingibt und es ist wohl kaum ein Zufall, dass sich all dies in einer Strasse abspielt, die den selben Namen trägt, wie die in der Kennedy ermordet wurde.
Eine paradigmatische Regel der gesamten Serie ist es, dass Menschen nur ermordet werden oder ihre Angehörigen verlieren, weil sie sich weigern zu glauben, dass sich ein personifiziertes Böses der Seele der Menschen bemächtigen kann um somit leztendlich ihren Körper zu zerstören. Diesen Unglauben kann man wohl repräsentativ für den Unglauben an eine Transzendenz überhaupt sehen.
"I´m god" sagt Freddy zu einem seiner Opfer und solange diesem bösen Gott kein guter entgegengesetzt wird, behält er seine uneingeschränkte Macht.
Nach Roosevelts Satz: "the only thing we have to fear is fear itself" ist Freddy nichts weiter als ein Produkt von Schuld, Angst und Unglaube, die die Menschen von innen auffressen.
Erst dadurch das Nancy Macht über ihre Angst gewinnt, kann sie sich Freddy stellen.
Oder nicht??
Sind die Seelen der Kinder der Elm Street hoffnungslos verloren??
Irreversibel??
Das Ende scheint diese Entscheidung uns zu überlassen!!
Gerade in den zahlreichen Traumszenen inszeniert Craven ein atmosphärisch dichtes, morbides Spiel mit menschlichen Urängsten, dass von einer Unzahl origineller und makaberer Einfälle lebt. Freddy ist wohl mit Abstand die "charismatischste" Hauptfigur einer Slasherserie, wobei im ersten Teil sein rabenschwarzer Humor noch dazu beiträgt ihn erschreckender zu machen, während er in den Sequels immer mehr zum Pausenclown verkommt.
Aufbauend auf einem- wie gewöhnlich- erzkonservativem und sehr amerikanischen, aber hier äußerst geschickt konstruiertem, Weltbild schuf Wes Craven hier ein Glanzstück des modernen Horrorfilms, das in Sachen Spannung und Atmosphäre seines gleichen sucht