Review

Hier also der 33. Review zu "Nightmare - Mörderische Träume" !

Ähnlich wie die anderen Mitglieder vor mir, werde auch ich diesen Film in den Himmel loben und das aus einem ganz einfachen Grund: er ist (neben vielleicht noch "Scream" und "Halloween") der beste Slasherfilm aller Zeiten.
Nachdem die Low-Budget-Produktion "Halloween" 1978 den Slasherfilm praktisch erfand und in "Freitag, der 13." 1980 sein Brutalo-Pendant fand, schuf Horror-Papst Wes Craven relativ spät - erst 1984 - seinen 1,2 Mio. Dollar teuren "A Nightmare on Elm Street". Damit war nach Michael Myers und Jason Voorhees (jaja, im ersten Teil war`s noch seine Mutter, ich weiß) die dritte große Kult-Ikone des Genres geboren (Ash aus der "Evil Dead"-Trilogie möchte ich mal nicht dazurechnen). Einzig "Chucky" könnte man in diese Reihe noch aufnehmen...

Da ich mit dem Vergleich zwischen der "Halloween"-, "Freitag, der 13."- und "Nightmare"-Reihe schon angefangen habe, möchte ich gleich fortsetzen und sagen, warum "Nightmare-Mörderische Träume" für mich gegen die anderen Erstlingsfilme deutlicher Punktsieger ist.
10 Teile "Freitag, der 13." sind für eine so kümmerliche Story viel zu viel, ebenso wie 8 Teile von "Halloween" zu viel des Guten waren. Nur die "Nightmare"-Reihe mit insgesamt 6 bzw. 7 Teilen (kann man "Freddy`s New Nightmare" als Fortsetzung bezeichnen?) vermochte es, immer wieder aufs Neue zu fesseln, was auch mit den immer wieder fantasievollen Traumsequenzen zu tun hatte und einer Hauptfigur (Freddy), die auch mal `nen witzigen Spruch auf den Lippen hat und nicht nur stoisch durch die Gegend schweigt.
Na gut, jetzt komme ich aber langsam mal zum eigentlichen Film.

Zur Story: Nancy (Heather Langenkamp, noch einmal in den Teilen 3 und 7 dabei) hat Albträume von einem verbrannten Mann mit Klauen anstatt Finger. Als ihr aus ihrem Freundeskreis von ähnlichen Albträumen berichtet wird und Freunde scheinbar im Schlaf ermordet werden, nährt sich der Verdacht, dass der Kindermörder, den ihre Eltern verbrannten - Freddy Krueger - wieder da ist und Träume Realität werden lässt...

Wie John Carpenter in "Halloween" gelingt es auch Wes Craven in "Nightmare" eine atmosphärische Gruselstory zu erzählen und damit suggestive Spannung zu erzeugen. Doch anders als in "Halloween" ist diese nicht in der Realität verwurzelt, sondern in Träumen, was sie noch beängstigender und surrealer wirken lässt. Obwohl Heather Langenkamp im Vergleich mit "Scream Queen" Jamie Lee Curtis etwas blass wirkt, spielt sie doch die Rolle des wehrhaften Teenies wie die Curtis in ihren besten Zeiten. Als ihr Freund Glenn wurde der damals am Anfang seiner Karriere stehende Johnny Depp verpflichtet, der allerdings nur wie ein Milchbubi mit Pseudo-Macho-Ambitionen wirkt und nur durchschnittlich spielt. Die Story ist aber insgesamt für einen Suspense-Slasher ziemlich actionlastig geraten, was dem Tempo des Films zugute kommt, aber auch brutal und gorig (das macht für mich eigentlich einen Slasher aus). Gegen "Nightmare" wirkt "Halloween" schlicht blutleer. Ebenso hat Robert Englund in seiner Darstellung des Freddy einen charismatischen und ungeheuer diabolischen Serienmörder erschaffen, der seinesgleichen sucht - selbst Jason wirkt gegen ihn wie ein Waisenknabe.
Na gut, für die ganz kritischen: der Bodycount ist hier relativ niedrig, das wäre aber neben kleinen Logiklöchern (obwohl schon aufgewacht sterben die Teenies trotzdem...?) das einzige Manko des Films.

Um mit einem Originalzitat aus dem Film zu Schließen: "This is God!". An "Nightmare" führt kein Weg vorbei, denn dieser Film ist das Maß aller Dinge in Sachen Slasher. Bis heute ein (fast) unerreichter Meilenstein des Slasher-Films (sieht man einmal von der Pseudo-Parodie "Scream" ab).

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