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In der amerikanischen Kleinstadt Springwood werden mehrere Teenager ermordet. Was jedoch weder die Polizei, noch die Eltern der Teenager wahr haben wollen ist, dass Freddy Krüger, der bereits vor Jahren, nachdem er mehrere Kinder missbraucht hatte, von deren Eltern in einem Heizungskeller ermordet und verbrannt worden war, hinter den Morden steckt. Krüger tötet die Kinder in deren Träumen und auch Schlafentzug kann die Teenager nicht vor dem Mörder mit den langen Metallklauen bewahren, bis sich die junge Nancy, gespielt von Heather Langenkamp, ein Herz fasst und beschließt gegen den Killer anzugehen.

In vielen Kreisen wird Wes Cravens Kultfilm "Nightmare - Mörderische Träume" als einer der besten Filme aller Zeiten angesehen und es ist sicherlich Ansichtssache, ob man ihn nun dazu zählt oder nicht. Einerseits ist er neben "Halloween" einer der ersten und vor allem wichtigsten Slasher aller Zeiten und auch einer der besten, die ich je gesehen habe, andererseits bin ich der Auffassung, dass das, was damals Schund war heute immer noch Schund ist, auch wenn der Film einige wirklich gute Fassetten hat und die "Nightmare on Elm Street"-Reihe die wohl beste Slasher-Reihe ist, die es gibt begründet hat.

Die Grundidee um den eiskalten und sadistischen Killer, der die Kinder in ihren Träumen töten, erweist sich als sehr gut und die Angst davor, hilflos im Schlaf getötet zu werden trifft sicherlich die Grundängste des Menschen und funktioniert natürlich sehr gut. Freddy Krüger ist zudem der wohl furchteinflössendste Killer überhaupt und ist sowohl vom Erscheinungsbild, als auch von den seelischen Abgründen her wesentlich interessanter und furchteinflössender als Michael Myers und Jason Voorhees. Ansonsten strotzt die Story zwar von Ungereimtheiten und Genre-Klischees, aber die guten Ideen überwiegen alles in allem.

Wes Craven, der bereits mit "Die Hügel der blutigen Augen" Erfahrungen im Horror-Genre sammeln konnte, leistet bei der Inszenierung ziemlich gute Arbeit und holt einiges aus der Grundidee heraus, weswegen er sicherlich zu Recht zum Kultregisseur wurde und zu Horror-Legenden wie John Carpenter oder George A. Romero aufstieg. Er nutzt die Idee mit den Alpträumen der Jugendlichen sehr gut aus, um mit der düsteren Kulisse, die die dunklen Alptraumwelten der Teenager perfekt darstellt und mit der bedrückenden Musik, insbesondere mit dem altbekannten Titellied, eine gespannte Atmosphäre der Angst aufzubauen, die er perfekt halten kann, da er die Grenzen zwischen Traum und Realität immer weiter verschwimmen lässt. Später durfte Craven unter Anderem in "Scream" zeigen, dass er definitiv zu den besten Horror-Regisseuren der Welt gehört.

Craven zeigt durchaus Konsequenz und hält den Body Count ziemlich niedrig und bedient sich nicht sonderlich viel bei blutigen Effekten, zumal sein Film dies eigentlich nicht nötig hat. Da lässt sich auch verschmerzen, dass die Mordszenen an sich sehr Genre-typisch in Szene gesetzt sind und mit kommerziellen Mitteln gemacht sind. Dabei weiß Craven genau, wie er Freddy Krueger in Szene zu setzen hat und spielt die diabolisch und beängstigend wirkende Figur perfekt in Szene. Stellenweise übertreibt Craven es leider mit dem Teenie-Horror, überzieht und übertreibt am Ende maßlos und lässt seine Darsteller ein bisschen zu sehr in Gekreische und Hysterie verfallen. Ein bisschen schwarzer Humor ist ebenfalls nicht zu verkennen, aber das kennt man ja bereits aus dem Genre.

Die Effekte sind billig und die Darsteller leider schlecht und objektiv betrachtet lässt sich Cravens Werk, so spannend und unterhaltsam es auch sein mag, durchaus als Schundfilm bezeichnen und hat in den Top 100 der OFDb nichts zu suchen, zumal er sich nur durch wenige, wenn auch sehr gute Aspekte von anderen Slashern unterscheidet. Darüber hinaus hat der Film sein Verfallsdatum so allmählich überschritten, da man mittlerweile so viele Filme des Genres gesehen hat, dass "Nightmare" an seiner Vorhersehbarkeit krankt, genauso, wie an seinen billigen Effekten. Also fehlt auch ein weiteres Kriterium eines Meisterwerks: Die Zeitlosigkeit, oder zumindest eine sehr langsame Verfallsdauer.

Darstellerisch ist der Film nicht so gut gelungen. Die Teenies (ja! auch Johnny Depp) machen sich nicht sonderlich gut und haben außer nervösem und nervigen Gekreische nicht sonderlich viel zu bieten. Sympathisch sind die Darsteller, insbesondere Heather Langenkamp, durchaus, dennoch schaffte keiner außer Depp, der hier in seiner ersten Rolle zu sehen ist, den Durchbruch. Wenigstens ein Darsteller kann sich dabei weiterempfehlen, nämlich Robert Englund in seiner Paraderolle. Englund ist extrem diabolisch und wirkt mit seiner Rolle sehr verwachsen, auch wenn man sein Gesicht kaum erkennen kann und wird wohl ewig als Freddy Krueger in Erinnerung bleiben.

Fazit:
Der Film ist sicherlich gut, wenn auch nicht so gut, wie er oftmals dargestellt wird. Die Story ist ordentlich, wenn auch stellenweise und vor allem zum Ende hin etwas übertrieben und auch der Cast bietet außer Robert Englund kaum gute Darsteller auf. Wes Cravens Inszenierung ist es, die Spannung aufkommen lässt und den Film über das Mittelmaß hebt und mit einer alptraumhaften Kulisse, dem ständigen, verschwimmenden Wechsel zwischen Traum und Realität, sowie dem düstern Soundtrack eine gespannte Atmosphäre aufbauen und halten kann und damit einen guten Spannungsbogen auf die Leinwand bekommt.

72%

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