Nancy und ihre 3 Collegefreunde haben alle die gleichen Alpträume, in denen der untote mit Messerhänden versehene Kindermörder Fred Krüger sein Unwesen treibt. Doch Fred scheint die Grenze zwischen Wirklichkeit und Traum nicht zu kennen und als Tina im Traum umgebracht wird versucht sich Nancy wachzuhalten. Doch nachdem auch Glen und ihr Nachbar grausam und unerklärlich ermordet wurden, steigt sie in die Traumwelt ein um Freddy zu töten.
Wes Cravens 1984 erschienener Traumslasher Nightmare on Elm Street gehört zu einer der Slasherserien neben Freitag der 13te. und Halloween, die in den 80er ein komplettes Genre in den Boden stampften und populär machten. Geradedeswegen und wohl auch wegen ihren Mördern mit Wiedererkennungswert, hier der Streifenpullitragende verbrannte Untote mit Messerhänden, wurde der Film und auch die Vertreter davor wie Freitag der 13th. (1980) und Halloween (1978) zum Kult. Doch der Begriff Kult offenbart öfters mehr die Tatsache, dass man es mit einem sehr schlechten, guten oder zumindest prägenden oder bisweilen erfolgreichen Film zu tun hat. Schlecht ist der erste Nightmare nicht, aber vom perfekten Horrorfilm sicherlich noch ein klein wenig entfernt, doch zumindest bietet der Film neben seiner konventionellen Slashergrundmotivation eine Story, die für damalige Verhältnisse neue Impulse im Horrorgenre einbahnte und einen Killer lieferte, der nicht allzu gesichtslos agierte, wie in einzigsten Vorbildern mit Jason Vorhees und Michael Myers. Daher passt das Prädikat "gut" für den Film sicherlich sehr gut, wogegen Jasons Erstlingsfilm eher der schrecklich banale und innovationslose Plagiatslasher mit doofen Teenies zu Halloween zu sein scheint. Und ohnehin sind Halloween und 13th. keine innovationsvollen oder ideenreichen Slasher, aber eben zum Zeitpunkt erschienen, in der solche Filme eben neu im Horrorgenre umher pulsierten. Tatsächlich aber, aus heutiger Sicht sind sie bloss noch einfältige, bisweilen eher arg trockene und unspektakuläre und auch biedere Horrorfilme, die aus filmtechnischer Sicht kein kleines Kind mehr erschrecken könnten. Erschlagt mich nicht, aber in meinen Augen beides Filme, die reichlich überbewertet sind. Wahrlich zeitlos ist dabei aber der erste Nightmare on Elm Street, denn er packt den Horror dort, wo er am allerhäufigsten manifestiert ist. Im Kopf und in den Träumen. Wenn Alpträume Wirklichkeit werden dann ist es bisweilen sicher angsterfüllender als jeder noch so böse maskierter Machetenjason oder dumpfer Michael Myers. Cravens Inszenierung ist hierbei nochmal etwas kreativer und vorallem irritierender als eben erwähnte Einheitsslasher, denn er verpackt seinen Horrortrip in verschiedene Zeitebenen, sodass man bald schon nicht mehr weiss, wann die Protagonisten träumen, in der Wirklichkeit sind oder wann der Traum selbst bloss geträumt wird oder eben die Wirklichkeit, an die man fest glaubt doch wiederrum bloss ein Traum ist. Alleine diese Tatsache wurde geschickt umgesetzt, doch das allein würde noch nicht reichen, so werden uns noch extrem merkwürdige Visionen und mysteriöse Traumwelten präsentiert, die gruseliger nicht sein könnten. Blutig ist Nightmare on Elm street selten, auch wenn die paar Morde schon recht gorig und vorallem kreativ ausfallen. Die Szene in der Tina vom unsichtbaren Freddy im Schlaf an der Decke massakriert wird und später Glen ins Bett samt Fernseher gezogen wird und das Blut hektoliterweise an die Decke spritzt, sind schon hübsch anzusehen, eklig wirds aber vorallem, wenn Freddy mal seinen Körper aufschlitzt und formschön die Marden rausfallen. Schön auch der recht wirkungsvolle Score, der den perfekten Schnitt und das gute Acting der Kamera und Darsteller noch besser unterstreicht. Optisch ist der Film, sofern wir nicht in Traumsequenzen sind, recht bieder und steril, von wirklicher Gruselatmosphäre kann nicht die Rede sein, ausser eben in den extrem befremdlichen Traumszenen und Traumwelten, die noch lange nicht so exzessiv genutzt werden, wie in den nachfolgenden Teilen. Lustigs wirds aber wiederrum, wenn wir die schäbige Mode der 80er Amiteenies begutachten. Das ist dann bisweilen auch regelrecht boshaftiger Horror, genauso wie die stinknormalen Locations von Häusern, Strassen, Garagen und Kellern, die bloss in Ansätzen, eben durch die visionären Traumvorstellungen unheimliche Atmosphäre versprühen. Aber was solls, Nightmare kann wenigstens durch seine guten Ideen und Aufmachung gewisse Genrestandards kaschieren.
Fazit:
Recht stimmungsvoller und vorallem wirkunsvoller Teenieslasher mit Kultfigur Fred(dy) Krüger. Alles in allem ein zeitloser Horrorfilm mit wirklichem Horror intus. Angenehm spannungsreich, selten aber wenn, dann sehr blutig und vorallem derbe unterhaltsam. Aber Freitag der 13.th und Halloween in allen Maßen vorzuziehen, auch wenn der letzte Schnitzer zum wirklich erdrückenden Horrorfilm sicherlich noch fehlt.
74%