Review

Inhalt:

Fred Krueger, ein Kindermörder aus dem Ort Springwood, wurde vor Gericht
freigesprochen. Die Eltern der Kinder begangen daraufhin Lynchjustiz
und verbrannten ihn in seinem Keller. Nun sucht Freddy - bewaffnet mit
einer messerscharfen Krallenhand - die Kinder der Eltern in ihren
Träumen heim. Durch die Macht der Imagination werden diese Alpträume zur
tödlichen Realität. Nur die enthaltsame Nancy hat eine Chance, dem
Traumkiller das Handwerk zu legen.

Kritk:
Ein absoluter Klassiker des Teenie-Slasherfilms der 80er Jahre!
Im Kontext dieses Machwerks stehen die Slasher-typischen Themen:
Generationenkonflikt, Sittenverfall , die Unzulänglichkeit des
demokratischen Rechtssystems und die moralische Ambivalenz der
Selbtsjustiz.
Letzteres wird deutlich, als Nancys Mutter über Fred Krueger spricht.
Krueger wurde vor Gericht für die Ermordung von mehr als zwanzig Kindern
freigesprochen, weil "irgendjemand den Haftbefehl an der falschen
Stelle unterschrieben hat". Was im ersten Augenblick zum Schmunzeln
anregt, erweist sich auf den zweiten Blick als tragikomischer Seitenhieb
auf ein bürokratisches Rechtssystem, das nicht in der Lage ist,
Gerechtigkeit walten zu lassen. Vielmehr steht der Täterschutz über dem
Opferschutz. Ein Phänomen, das sich leider auch heute noch in Amerika
wie in Deutschland beobachten lässt.

Gleichzeitig wirft die daraufhin begangene Lynchjustiz einen inneren
Konflikt in den Eltern auf, den sie durch Totschweigen zu verdrängen
versuchen. Dies zeigt sich auch im Alkoholkonsum von Marge.

Das Böse, das in die Idylle einer amerikanischen Vorstadt einbricht,
steht metaphorisch für den Verfall christlicher Werte, der sich
einerseits im moralischen Fehlverhalten der Opfer (vorehelicher Sex,
Konsum von sexuell anstößigen Fernsehsendungen, Alkoholismus),
andererseits in der personifizierten Unschuld in Gestalt des
Survival-Girls Nancy manifestiert. Eine Schlüsselszene zu dieser
Thematik sehen wir, als Freddy sich über Nancys erhebt, wodurch ein
Kreuz von der Wand fällt und symbolisch in ihren Händen landet. Die
Szene, in der Nancy in der Badewanne liegt, und Freddys Krallenhand
zwischen ihren Beinen auftaucht, steht für die bedrohte
Jungfräulichkeit, für die Gefahr, die ihren Ursprung im Untergang
christlicher Moralvorstellungen hat. Der Antagonist in Gestalt Kruegers
nimmt hierbei wie seine Genrekollegen Michael und Jason die Rolle des
"schwarzen Mannes" ein, die Verkörperung archaischer Urängste.

Der Generationenkonflikt findet seinen Ausdruck in Nancys Eltern. Sie
sind geschieden, sprechen nicht über ihre Probleme und schenken ihrer
Tochter keinen Glauben. Somit sind die Jugendlichen auf sich allein
gestellt, da die Eltern keinen Zugang zu der Welt ihrer Kinder finden
können.
Die Spezialeffekte sind für die damalige Zeit sehr gelungen inszeniert.
Der Umstand, dass Krueger seine Opfer in ihren Träumen aufsucht,
entbindet ihn von den Gesetzen der Natur. Somit sind seinem
Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt. Die Krueger-typischen fiesen
Sprüche sind auch im Erstling vertreten, allerdings noch nicht so
schwarzhumorig wie in den Nachfolgern.

Der Soundtrack zählt meiner Meinung nach zu den besten in der Geschichte
des Horrorfilms, da er die Atmosphäre des Films gelungen untermalt,
mehr noch mitbewirkt. Volle Punktzahl! 10/10

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