Review

Inhalt:
Ein wütender Rüpel namens Freddy Krueger, der seinen Handschuh zu einer Waffe umfunktioniert hat, sucht Teenager in ihren Träumen heim. Das schlimme an der Sache ist, dass der, der in den Träumen das Zeitliche segnet, auch in Wirklichkeit nicht mehr aufwacht.


Kritik:
Wes Cravens Kultfigur Freddy Krueger zählt neben Michael Myers, Jason Voorhees und meinetwegen auch Pinhead zu den wichtigsten und bekanntesten Filmserienkillern. Jeder kennt ihn oder hat ihn zumindest schonmal irgendwo gesehen.

Die Story dieses ersten Teils ist recht einfach gestrickt. Ein paar Teenager versuchen nicht einzuschlafen, weil das gleichbedeutend mit dem Tod ist und da das nicht lange gut gehen kann, schmieden die Überlebenden einen Plan, um das Pizzagesicht zu überlisten.
Und genau dieses Traumthema ist das interessante bei diesem Streifen. Freddy hat im Gegensatz zu seinen maskierten Konkurrenten den Vorteil, dass in der Traumwelt keine irdischen Gesetze herrschen und er sich so nach Lust und Laune austoben kann. In seinem Erstling hält sich der Schlitzer zwar noch zurück (er macht lange Arme, schnippelt sich Finger ab, lässt sich das Gesicht abrupfen oder schlitzt sich selbst auf), doch in den Fortsetzungen macht er sich diesen Vorteil immer mehr zu Nutze. Irgendwann muss nunmal jeder schlafen, egal ob er will oder nicht.
Hinzu kommt, dass er seine Aktionen gerne mit einem kernigen Spruch unterstützt ("Hilf mir, Gott!" - "Das *Krallenhandschuhzeig* ist Gott!") , was in den Fortsetzungen noch zunimmt.
Gut gefällt mir auch die Entstehungsgeschichte von unserem Ringelpulliträger. So erfahren wir, dass er früher ein Kinderschänder war, der der Justiz entkam, nicht aber der Selbstjustiz der Stadtbewohner, die ihm einen feurigen Tod bereiteten, so dass er sich fortan gezwungen sieht, sich an deren Kindern in ihren Träumen zu rächen.

Schaurig schön ist die Atmosphäre des Filmes. Vor allem die Passagen in den Kellerräumen wurden gut in Szene gesetzt und die Musik (vor allem die Klaviertöne) holt einiges aus den Szenen raus. Markant ist das Kratzen von Freddies Messern auf Metall, womit er sich des Öfteren ankündigt.

Die Bluteinlagen sind rar, aber wenn sie kommen, dann gewaltig. So gibt es zwei Szenen, in denen das Blut in Fontänen durch die Bude spritzt. Ansonsten setzt der Film eher auf subtilen Horror, wobei ich es besonders gelungen finde, als die Hauptperson in der Badewanne einschlummert und der krallenbewährte Handschuh zwischen ihren Beinen auftaucht, jedoch nichts ausrichtet, da das Mädel von der an der Tür klopfenden Mutter geweckt wird.
Auch die Idee mit den schmilzenden Treppenstufen, die eine Person bei der Flucht vor dem Bösewicht behindern, finde ich toll. Ich denke mal, dass soetwas viele aus ihren eigenen Alpträumen kennen. Man will vor irgendetwas davonlaufen, aber schafft es irgendwie nicht.

Die Schauspieler sind zum Großteil nicht der Rede wert. Johnny Depp bleibt in seinem Debüt weit unter seinen Möglichkeiten und lediglich Heather Langenkamp und John Saxon (letzterer mit Einschränkungen) bieten gute Schauspielkunst.

Insgesamt zähle ich diesen Film zu den Klassikern des modernen Horrorfilms ebenso wie "Freitag der 13.", "Halloween" und "Hellraiser", wobei in der Figur des Freddy Krueger wesentlich mehr Potential steckt, welches auch in den Fortsetzungen noch ausgespielt wird.
Wes Craven jedenfalls hat mit diesem ersten Teil der Reihe einen atmosphärisch dichten und spannenden Grusler geschaffen. Pflicht!

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