Nachdem David R. Ellis die direkte Fortsetzung zu "Final Destination" inszenierte hatte, kehrte James Wong 2006 für den dritten Teil der beliebten Reihe noch einmal als Mit-Produzent und Regisseur zurück und verfasste zusammen mit Glen Morgan das Drehbuch.
Heraus gekommen ist ein schwarz-humoriger Splatter-Spaß, der dem Motto des Franchise treu bleibt und das Markenzeichen - die "kreativen Kills" - mit sehr viel Blut auf die Spitze treibt.
Geizt Teil 2 schon nicht mit einigen derben Ekeleinlagen, so katapultiert das zweite Sequel den Goregehalt in ungeahnte Höhen. Mit anderen Worten: in "Final Destination 3" geht es richtig ans Eingemachte!
Köpfe werden wie überreife Melonen zerquetscht, es wird gepfählt, genagelt und geröstet - da verwundert es kaum, dass die FSK in größter Sorge um die Jugend die Freigabe von 16 auf 18 anhob, was der Freude an dem blutigen Treiben keinen Abbruch tut.
Ohne die 3D-Effekte und übermäßigen CGI-Einsatz der folgenden Teile wirken die Kills weniger plastisch als realistisch und lassen das Herz eines jeden Splatterfreunds höher schlagen.
Für einen Anstieg der Pulsfrequenz sorgen auch hier wieder die sorgfältig und mit viel Einfallsreichtum in Szene gesetzten Kettenreaktionen, die zu den bizarrsten Kills einiger Teenager führen, die Dank der Vision von Wendy, dem Tod in der Achterbahn entgehen konnten.
Doch wer die "Final Destination"-Reihe kennt, der weiss, dass man dem Tod nicht ungestraft ein Schnippchen schlägt. Und so verwandelt sich für die einen eine Sonnenbank zur Todesfalle, während anderen durch eine Verkettung unglücklicher Zufälle die Schädeldecke aufgeschreddert oder mit der Nagelpistole malträtiert wird.
Ja, James Wongs zweite Regiearbeit geizt nicht mit Hirn - auch wenn es letzten Endes püriert in die Kamera spritzt - und setzt das unheimliche Geschehen der beiden ersten Teile wunderbar fort.
Mary Elizabeth Winstead ("Black Christmas", "The Thing") überzeugt nicht nur darstellerisch als Wendy - ihr Charakter ist neben dem von Devon Sawa aus dem Original eine der am sorgfältigsten und glaubwürdigsten Rollen des gesamten Franchise, während der Rest des Ensembles jedes High School-Klischee bedient: von den dusseligen Paris Hilton und Nicole Richie-Imitaten Ashley und Ashlyn (wunderbar selbstironisch und perfekt getroffen von Chelan Simmons und Chrystal Lowe), über den farbigen Football-Profi bis hin zum Gothic-Päarchen Ian und Erin ist alles mit von der Partie, was der Baukasten für Drehbuchautoren so hergibt.
Trotz aller Rollen-Klischees und der unveränderten Rahmenhandlung kann auch die zweite Fortsetzung mit viel Witz und Originalität überzeugen. Immer wieder gibt es Verweise auf das Original, während bekannte Handlungselemente durch neue Ideen variiert werden. So kann beispielsweise Wendy anhand der Bilder einer Digitalkamera Hinweise auf die Todesumstände der Überlebenden ableiten. Zusammen mit Kevin macht sie sich daran, die Reihenfolge der potentiellen Todesopfer zu ermitteln, um den Tod zu überlisten.
James Wongs Wettlauf gegen den Tod ist ein pointierter Horrorspaß, der auch in der dritten Runde noch einwandfrei funktioniert. Shirley Walkers Original-Theme sorgt auch hier wieder für düstere und unheimliche Momente, während die Spezialeffekte dem Zuschauer jede Menge Blut und Gekröse bieten, die über die gesamte Laufzeit wohl dosiert eingesetzt sind und weniger selbstzweckhaft erscheinen als in den späteren Teilen.
Leider verabschiedet sich mit James Wong nicht nur ein guter Regisseur von der Reihe, auch die Qualität und der Einfallsreichtum sollten in den nachfolgenden Fortsetzungen Einbußen widerfahren. Grund genug, diese Achterbahnfahrt des Grauens in vollen Zügen zu genießen.
7,75/10