Genosuke hat einen ganz unmöglichen Haarschnitt und Oboro zwei wunderschöne Augen, die töten können – ganz in Echt. Ihr eigentliches Problem aber sind ihre Familien, die Ninja-Klane von Koga und Iga, die versteckt in der japanischen Wildnis seit Jahrhunderten die Kunst des Tötens studieren und sich traditionell nicht besonders gut leiden können. Das würde sich nun bald richten lassen, raunt der nette Genosuke seiner Lieben am klaren Bache zu, denn immerhin repräsentieren sie eine neue Generation, und die Welt muss sich ja nicht immer nur im Kreise drehen. Leider nur denkt auch der Tokugawa-Shogun ganz ähnlich progressive Gedanken. Sein just geeintes und nun so friedvolles Reich benötigt keine Superkrieger mehr. Die SHINOBI sind eine gefährliche Altlast, und er möchte es sich nicht ausmalen, was die in den Händen seiner Feinde, die zweifellos noch immer heimlich ihr giftiges Süppchen kochen, anrichten können. Zu einem tödlichen Wettkampf beordert er die besten Krieger der Ninja-Klane aus ihren Dörfern, und schickt derweil heimlich seine Armee mit Rüstung und Kanonen aus, um die Zuflüchte der SHINOBI zu zerstören.
Regisseur Ten Shimoyama („Muscle Heat“, „St. John’s Wort”) lässt in dem solcherart hochgekochten Konflikt nun freilich keine Gelegenheit aus für richtig fetzenden Rabatz. Die Ninja-Klane duellieren sich in rasanten, formidabel choreographierten und computeranimierten Sequenzen, die diese Manga-Real-Verfilmung sich nur zu deutlich den populären „Naruto“-Animes abgeschaut und damit ja schon einmal gleich gar nichts falsch gemacht hat. Die Superkräfte der SHINOBI reiben sich so wuchtig aneinander, dass die spektakulär schönen Kulissen bersten und ihren Marvel-Kollegen die Farbe aus den Panels laufen muss. SHINOBI macht richtig gut platt, und erst viel später, lange nach dem selbstverfreilich tragischen Ende, fragt man sich: Fehlt dem Film nicht was? Eigentlich nicht, kann man abwiegeln – Shimoyama meint es mit der Liebe zwischen Genosuke und Oboro nur genau so gut wie das per Drehbuch vorgeschriebene Schicksal: was ohnehin keine Zukunft hat, kann man auch mal, so mir nichts dir nichts, aus der Inszenierung kippen.