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Shinobi(I-On New Media) 

Shinobi – Heart Under Blade
. Was für ein wunderbarer Titel, der mehr sagt als tausend Worte. Als geneigter Konsument weiß man sofort, wo die Fahrt hingehen soll. Shinobi basiert auf den Roman Kouga Ninpouchou aus der Feder von Futaro Yamada. Die Geschichte spielt im Japan des Jahres 1614, Herrscher Tokugawa, welcher seit Jahren das zerstrittene Land einigt, sucht einen Nachfolger in den beiden, sich seit vierhundert Jahren bekämpfenden Clans. Es sollen aus jedem der beiden Clans jeweils fünf Krieger gegeneinander antreten, und der Siegerclan übernimmt die Nachfolge Tokugawas. Die Kämpfer sind, wie es in einem Fantasyspektakel völlig normal ist, mit übersinnlichen Kräften gesegnet, was die Fights natürlich um ein vielfaches spektakulärer macht. Unter den Kämpfern treten auch die junge Oboro (Yuki Nakama, Ringu) so wie der Clanthronfolger Gennosuke (Jo Odagiri, glänzte schon in Blood and Bones) gegeneinander an. Doch beide empfinden mehr füreinander, als man zuerst ahnt, müssen jedoch im späteren Verlauf weitreichende Entscheidungen treffen, die für alle Beteiligten große Konsequenzen haben werden.
Mit Shinobi präsentiert uns Regisseur Ten Shimoyama (brachte uns schon St. Johns Word und Muscle Heat) einen echten japanischen Blockbuster. Auch wenn er dabei auf das große Publikum geschielt hat, liefert er den besten japanischen Swordsplay Film seit langer Zeit ab. Hier stimmt einfach fast alles! Die romantische Geschichte ist wirklich berührend, dabei kommen aber die hervorragend inszenierten Ninja - Kämpfe nicht zu kurz, das Ganze wird dabei perfekt digital unterstützt (was ja auch nicht immer die Norm ist, aber hier sind die CGI – Effekte nur sehr selten als solche zu erkennen!). Das digitale Unterstützung bei Martial Arts – Kämpfen einmal von mir gelobt würde, hatte ich lange Zeit nicht für möglich gehalten (als Fan der alten Schule), aber hier sind die Fights so intensiv, spektakulär und schnell, dass es einem den Atem verschlägt. Dabei wird aber nicht vergessen, den beeindruckenden Weitwinkelblick auf die imposante Landschaft zu richten. Hier sieht man detailverliebte Aufnahmen, wie man sie sonst nur in Filmen eines Sergio Leone oder David Lean sehen würde. Definitiv ein Film für die große Leinwand, aber leider lief Shinobi in Deutschland nicht mit dem erhofften Erfolg in den Lichtspielhäusern. Dies soll die perfekte Umsetzung auf DVD aus dem Hause I-On New Media nun ändern.
Die mir vorliegende Fassung ist die Steelbook – Doppel – DVD, die neben dem Film, welcher in hervorragender Qualität seinen Weg auf den Silberling gefunden hat noch eine zweite Disc mit einer Fülle an Bonusmaterial bietet. An Hintergrundinformationen bietet das Bonusmaterial einen intensiven Blick auf die Spezialeffekte, in zwei sehr umfangreichen Features werden Storyboardvergleiche präsentiert, dazu kommt ein Special über die verschiedenen Waffen, welche ihre blutige Anwendung in Shinobi finden. Sei es die gebogene Streitaxt, der Wurfkreis oder die kleinen Flugmesser, alles wird hier von Entwurf zur finalen Anwendung aufgezeigt. Danach werden die Kampfszenen beleuchtet und ein Extrapunkt für die Vorbereitung der Drehorte gesetzt. Dazu die üblichen Trailer und eine Programmschau runden das dicke Bonuspaket ab. Der Film selber bietet nahezu fehlerfreien Augenschmaus, der Sound liegt neben dem normalen 5.1 Ton in einer bombastischen DTS- Tonspur vor, die die Boxen in den Fightszenen zum bersten bringt.
Bliebe die mittig erwähnte kleine Einschränkung, die es mir schwer machte, die Höchstwertung für einen ansonsten perfekten Film zu vergeben. Shinobi ist leider einfach zu kurz! Mit einer Lauflänge von etwas über 90 Minuten bleibt kaum Zeit, die Charaktere tiefer zu beleuchten, oder der wirklich spannenden Story mehr Tiefe zu geben. An einigen Stellen kommt gefühlte Hektik auf, um wirklich vieles mit in den Film zu packen, hätte Ten Shimoyama aber dreißig Minuten mehr investiert, hätte dies dem finalen Film den letzten Schliff zu einem der besten Swordsplay – Fantasy – Filme geben können.
Shinobi ist ein echter Augenschmaus für asiatische Feinschmecker. Mit seiner tollen Optik, dem gelungenen Mischverhältnis aus Romantik und härtesten Ninja- Fights schafft er es, sich in die selbe Liga eines Tiger and Dragon oder House of the flying Daggers zu katapultieren. Ein echter Tipp für Fans dieses Genres! 

CFS   

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