“Ganz schön verrückt. Ein irres Ding!“ – „Wollen Sie sie kaufen?“ – „Seh ich so blöd aus? Ich versauf lieber alles.“
Der berüchtigte US-Billigfilmer Roger Corman präsentierte 1959 seinen Film „A Bucket Of Blood“, der, um ihn künstlich zu verlängern und in Verbindung zum Wachsfigurenkabinett-Gruselklassiker „Das Kabinett des Professor Bondi“ zu setzen, vom deutschen Verleih um einen eigenartigen Prolog erweitert wurde, der aus „Walter Paisley“ kurzerhand „Walter Bondi“ macht. Allein schon deshalb ist dieser Film eigentlich sehenswert. Roger Corman verstand es aber auch, mit einfachsten Mitteln eine köstliche Satire auf nichtsnutzige, aber hochgradig eingebildete Möchtegern-Künstler umzusetzen. Jene treiben den armen, bemitleidenswerten Tropf Walter Bondi, der in einer Künstlerkneipe kellnert, in den Wahnsinn und sogar dazu, Morde zu begehen, um seine Opfer mit Ton zu überziehen und als Skulpturen zu verkaufen – wodurch ihm die Anerkennung der abgehobenen „Existentialisten“ sicher ist. Dick Miller, der die Hauptrolle des naiven Bondi spielt, beherrscht eine Mitleid erregende Mimik und die verschrobene Künstler-Bohème sorgt mit ihren Auftritten und ihrem bedeutungsschwangerem Gefasel für reichlich Komik und macht „Das Vermächtnis des Professor Bondi“ zu einem interessanten, besonders in der deutschen Fassung kuriosen Low-Budget-Kleinod mit reichlich Zeitkolorit.