Kleine Scherzfrage: Wie viele Tage braucht Roger Corman, um einen Film zu drehen? Eine allgemeingültige Antwort gibt es wohl nicht, im vorliegenden Fall sind es fünf. Mit dem 1953 entstandenen „Das Kabinett des Professor Bondi“ hat er allerdings nichts zu tun, der Name wurde bei beiden vom deutschen Verleih hinzugefügt. Gemein ist diesen, dass die Hauptfigur ein „Talent“ für die Herstellung von Skulpturen entwickelt.
Dabei ist Walter Paisley (in der deutschen Fassung eben Walter Bondi) Kellner in der Künstlerkneipe „The Yellow Door“, beneidet die dort verkehrende Bohème und wäre gerne ein Teil von ihr. Seine Zeit kommt, als er versehentlich seine Katze ersticht und sie mit Ton ummantelt. Das „Kunstwerk“ findet in der Kneipe regen Anklang, wobei Walter seine Herangehensweise verschweigt. Und die erfahrene Anerkennung treibt ihn nur noch mehr an.
Ganz humorlos geht das nicht von statten. Sei dies durch die Absurdität der Situation oder auch den einen oder anderen Dialog, mitunter schön schwarzhumorig. Die Effekte sind, betrachtet man die Entstehungsumstände und das Budget von nachzulesenden 50.000 Dollar, in Ordnung. „Kreative“ Lichtsetzung (man beachte den Schattenwurf in Walters Apartment) und die Wiederverwendung der Kulissen aus einer vorangegangenen Produktion kann man erleben, die Darstellerriege ist ok, die Dramatik seicht.
Der Grusel ist zahm, schocken kann hier nichts, aber trotzdem macht der Film irgendwie Spaß. Hauptdarsteller Dick Miller, der öfters für Corman vor der Kamera stand, haderte mit dem Budget und den verpassten Chancen. Aber es bleibt ein kleiner, mit seinen um die 70 Minuten (je nach Fassung) auch meist kurzweiliger Beitrag zu Cormans Œuvre.