Review

Im Keller einer Kirche in Los Angeles findet ein Priester etwas Seltsames. Um dieses Etwas zu untersuchen, versammelt er den Wissenschaftler Dr. Birack und eine Schar von dessen Studenten in der Kirche. Allerlei Gerätschaften werden angeschleppt, um das mysteriöse Behältnis mit seinem noch mysteriöseren Inhalt zu untersuchen. Dabei stellt sich heraus, dass der hier schlummernden Bedrohung mit wissenschaftlichen Mitteln schwerlich beizukommen ist.

Inszeniert und geschrieben von John Carpenter beschäftigt sich „Prince of Darkness“ eine lange Zeit mit dem Aufbau. Und im vorliegenden Fall funktioniert das als Zweck des Films ausgesprochen gut. Dabei ist das Tempo stets so mittel, dabei aber perfekt für den Weg. Carpenter erzeugt einen Sog, die Spannungskurve steigt nur langsam, aber eben stetig. Anteil daran hat auch die musikalische Untermalung von Alan Horwarth und Carpenter, die mit den Synthesizern die Atmosphäre spürbar verstärken. Davon lebt der Streifen letztlich, weniger von der Geschichte. Die ist zwar mit ein paar netten Einfällen gespickt und geht mit der zuerst offensichtlichen religiösen Betrachtungsweise doch interessant um. Letztlich dient sie aber als Vehikel für das inszenierte Drumherum. Es kommt hier auf das „Wie“, die Präsentation und Ausführung an und die ist meist stark, wenn sich der Streifen vor dem Finale auch eine etwas zu merkliche Verschnaufpause nimmt.
Das Ensemble spielt dabei passend auf, die unterschiedlichen Figuren sind auch als solche zu erkennen, obwohl der Haufen für Studenten merkwürdig alt aussieht. Eingefangen ist das in leicht gebogenem Breitbild, die Kamera nimmt die Räume ansehnlich mit und schafft dennoch eine dem hier konstruierten Belagerungszustand angemessene Enge. Allzu teuer war „Prince of Darkness“ nicht, sieht dafür aber stimmungsvoll aus und einen Alice Cooper als Penner gibt’s ebenso obendrauf wie ein gelungenes Ende.

„This is not a dream.“

Mit seiner langsam die Spannungsschraube anziehenden Inszenierung und dem abgeriegelten Setting entwickelt „Prince of Darkness“ eine dichte Atmosphäre. Da macht John gekonnt den Carpenter und auf dieser Ebene funktioniert der Film über weite Strecken prima. Die Story ist zweckdienlich, das Ensemble passt ins Szenario, das Finale hätte etwas mehr Schrecken vertragen können. Dennoch ein guter und stimmungsvoller Grusler.

Details
Ähnliche Filme