6
Auch einem Roger Corman gelingt trotz aller finanziellen Einschränkungen gelegentlich ein cleverer kleiner Beitrag. Seine Insektenvariante von DR. JEKYLL UND MR. HYDE ist eine gelungene Metapher auf die krankhafte Gier nach perfekter Schönheit und ewiger Jugend ohne Rückisicht auf eventuelle Nebenwirkungen. Heute, ein halbes Jahrhundert später, trifft sie den Zeitgeist sogar besser als sie es anno 1959 tat. In der preiswert heruntergekurbelten Inszenierung ereignet sich zwar nicht allzu viel, sie zieht sich aber auch nicht. Nur die Wespenfrau schaut halt leider nicht so monströs aus wie auf dem genialen Cover bzw. Plakat. Mit ihrem drolligen Brummschädel mit Facettenaugen und Fühlern und ihrer immer noch humanoiden Gestalt ist sie das weibliche Pendant zu den beiden wesentlich bekannteren Delambre-Fliegenmännern. Ihr erstes Auftauchen ist zumindest ein gelungener Schockeffekt. Nur wie kann sie ohne Flügel summen?