Review

Abteilung: Nicht so fein, wie erwartet.

Zwei Schriftsteller in einem verlassenen Haus, Rassenkonflikte, verbale Gefechte... Potential war hier durchaus vorhanden. Auch für einen überzeugenden Mystery-touch; doch eben dieser wird wirklich nur hauchzart gestreift.
Im Verlauf konzentriert sich der Film dann - mit großen Tempo- und Erzählschwierigkeiten - auf die Auseinandersetzung der beiden Hauptprotagonisten. Und das wird leider des Öfteren arg unrealistisch bis völlig unglaubwürdig. Ein Beispiel: der weiße, jüdische Autor ist so ein unfassbares, rückratloses Weichei, daß er sich sich vom "Super Black Power"-Snoop wirklich alles gefallen läßt. Beleidigungen, Ehrverletzungen übelsten Formats und Mißachtung von Besitzverhältnissen... und in der nächsten Szene tut der brave Weiße wieder so, als wäre nichts gewesen. Is' klar.

Zu übertrieben, unglaubwürdig und nicht zuletzt unspektakulär ist The Tenants somit letztendlich geworden. Dazu gesellen sich dann noch bemühte, "anspruchsvolle" Dialog-Szenen, die leider kaum Wirkung entfalten. 

Wer einen Hauch Polanski erwratet, sollte sich die Sichtung dieses "Psycho-Thriller-Drama-mit-Rassenthematik" nochmal überlegen. Von solcher Klasse ist diese bescheidene Produktion doch einige Meilen entfernt.
Trotzdem kann man den beiden Hauptdarstellern ganz gut zuschauen, auch wenn das Drehbuch ihnen viel Murks in den Mund legt. Insgesamt wurden hier halt einige Möglichkeiten verschenkt. Nun denn, guckbar, wenn man seine Ansprüche etwas zurückschraubt! 5/10

MovieMadness

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