"The Asylum" ist dieses berühmt-berüchtigte Studio, das sich in erster Linie über den Ideenklau finanziert. Egal ob "Fluch der Karibik", "Land Of The Dead", "The Da Vinci Code" oder "Snakes On A Plane"- jeder auch nur ansatzweise Erfolg versprechende Hollywoodstreifen wird plagiiert. Was bedeutet, dass im Vorfeld fleißig Industriespionage betrieben wird, sodass das Billig-Produkt am Ende wenigstens einige Gemeinsamkeiten zum Original besitzt. Denn der Clou dabei ist natürlich, die Ware möglichst zeitnah zum Kinostart in die Videotheken zu bringen, auf dass der uneheliche Bastard noch genügend Gewinn abwerfen wird, um weiterhin den Fortbestand von "The Asylum" zu sichern. Bei "King Of The Lost World" haben die Verantwortlichen nun sogar riskiert, sich aus mehreren Quellen zu bedienen. So treffen hier J.J. Abrams` Mysteryserie "Lost", Peter Jacksons "King Kong"-Remake und "The Lost World" (unzählige Male nach der Vorlage von Arthur Conan Doyle verfilmt, dem Autor von "Sherlock Holmes") aufeinander. Sollte bei dieser Mixtur am Ende tatsächlich etwas Gutes herausgekommen sein?
Soviel zur "Story": Ein Passagierflugzeug stürzt auf einer scheinbar verlassenen Insel ab. Da sich das Funkgerät in einem Wrackteil befindet, das mitten im Dschungel liegt, macht sich ein überschaubarer Trupp auf den Weg, es zu finden und dadurch ihr aller Leben zu retten. Dabei geraten sie jedoch an Riesenspinnen, aggressives Gestrüpp, wildgewordene Eingeborene und andere Nettigkeiten. Die Gruppe wird immer mehr dezimiert. Und dass die Überlebenden zudem an einen schlecht gelaunten Riesengorilla geraten, stimmt sie auch nicht gerade fröhlicher...
Oh, mein Gott! Nach diesem Film wirken selbst die Computerspiele-Adaptionen von Uwe Boll wie Oscarreife Meisterwerke. Denn "King Of The Lost World" ist unterste Direct-to-DVD-Schublade. Die Landschaftsaufnahmen zu Beginn lassen ja noch hoffen, doch sobald die Darsteller erst einmal zu sehen und zu hören sind, wird offenbart, mit was für einem drittklassigen Möchtegernfilmchen man es hier zu tun hat. Von Charakterzeichnung mag man hier kaum reden, unterscheiden sich die hier auftretenden Personen doch lediglich durch ihr Aussehen und die Dummheit ihrer Aktionen (womit sie sich allerdings gegenseitig überbieten). Wer auf unterhaltsamen Trash hofft, dürfte gnadenlos enttäuscht werden. Denn es geht hier zwar extrem doof zu, aber leider nicht unterhaltsam. Die erste Hälfte gibt immerhin noch ansatzweise Grund zum Schmunzeln (selbstredend stets unfreiwillig), doch spätestens bei der Gefangennahme durch die Insulaner ist auch wirklich das letzte bisschen Luft endgültig raus. Das eigentliche Finale kann daran nichts ändern, denn trotz ordentlich Rambazamba durch den (wie alles hier schlecht animierten) Bruder von "King Kong" und die Insulaner, ist das alles immer noch so steril und tempoarm ausgefallen, dass einem doch glatt das Gesicht dabei einschläft.
Die Darsteller, sofern man sie als solche bezeichnen will, machen sich ebenfalls gehörig zum Affen. Gerade Hauptdarsteller Bruce Boxleitner (immerhin mal Teil der hochgelobten SF-Serie "Babylon 5") blamiert sich bis auf die Knochen mit seinem krampfhaften Bemühen, den harten Hund zu geben. Eigentlich sind so gut wie alle grottig und die hier auftretenden Damen in dürftigen Erotikfilmchen besser aufgehoben, da sie dort ihre Talente ausgiebig einsetzen können- und die haben nicht das Geringste mit Schauspielerei zu tun! Lustig auch, wenn die Akteure auf dramatische Situationen immer erst Sekunden später reagieren, was sich perfekt ins unterirdische Gesamtbild einfügt. Das einzig Überraschende an dem ganzen Streifen ist (neben der Dreistigkeit seiner Macher) lediglich der frühe Tod eines Mannes, den man eigentlich als Helden der ganzen Chose ausgemacht hatte. Aber das dürfte wohl eher der schlampigen Scheißegal- Haltung der sogenannten "Autoren" geschuldet sein, als einem kalkulierten Einfall, um die Zuschauer zu überraschen.
Fazit: Nein, dieser Film lohnt sich wirklich gar nicht. Es sei denn, man möchte gern mal wieder etwas Lebenszeit verschwenden. Öde, dumm-dreist und einfach nur überflüssig- bessere Worte kann man für diesen Heuler einfach nicht finden. J.J. Abramas und Peter Jackson dürften nur ein verächtliches Lächeln dafür übrig haben, während Sir Arthur Conan Doyle wohl im Grabe rotieren wird, angesichts der Tatsache, was für Machwerke inzwischen seinen Roman plündern. Im wahrsten Sinne eine filmische Bruchlandung. Das Lustigste daran ist ohnehin der Abspann, bei dem "The Asylum" dem Zuschauer unterstellt, sich gleich den nächsten Hobel ihrer "Kreativschmiede" holen zu wollen. Zitat: "You know, you want to". Na sicher doch!
1/10 Punkten