Review

Inhalt:

Hongkong 1973. Die Brüder Hsiao Cheng (Raymond Lui) und Chen Wu Sheng (Kwan Shan) sind auf der Suche nach ihrem Onkel. In einem Restaurant, in dem sie ihren Onkel vermuten da er der Besitzer sein soll, geraten sie mit dem Personal aneinander da sie nicht zahlen können.

Der neue Besitzer, King Chan (Chen Hsing), spricht mit den beiden, gibt an, ein alter Freund des Onkels zu sein, diesen aber schon lange nicht mehr gesehen zu haben. Er will den beiden helfen, und bietet ihnen an, für ihn zu arbeiten, Chen im Innendienst, Hsiao soll den Schlägern Kings zur Seite stehen, da Hsiao ein exzellenter KungFu-Fighter ist. King Chan hat eine Adoptiv-Tochter, die bildschöne Chan Ying-Ying ("Tanny" Tien Ni), diese erwartet eine hohe Erbschaft.

Hsiao begegnet letztlich bei einem der Einsätze der Schläger Kings dem Onkel (Ko Hsiang-Ting), der eine einfache Suppen-Küche outdoor betreibt. King Chan entpuppt sich als ein skrupellos-erbarmungsloser Gangster-Boss. Der Tod der Brüder ist längst beschlossene Sache, sie sind zum Sicherheitsrisiko für King geworden.

Chen Wu Sheng wird in eine Falle gelockt, und eiskalt getötet. Chan Ying-Ying, auf deren Erbe King Chan scharf ist, kommt ebenfalls zu Tode. Dann wird letztlich natürlich auch noch der Onkel ermordet.

Es kommt unausweichlich zum Show-Down zwischen Hsiao Cheng -zusammen mit dem Sohn ("Mars") des Onkels, also seinem Cousin- und allen Schergen King Chans. Schließlich stehen sich Hsiao Cheng und King Chan in einem überaus brutal-blutigen Duell auf Leben oder Tod gegenüber...!

Kritik:

Im Jahre 1972 drehte Regisseur -und Darsteller in diesem Film- Kwan Shan diesen einfach-kostengünstigen aber blutig-knallharten KungFu-Actioner für die Studios von "Far East Motion Picture Company" in Hongkong. Und dem originären Titel -"The Brutal Boxer"- macht dieser rau-eisenharte Eastern alle Ehre.

Die oft sehr miesen Kritiken die dieser Streifen im Internet einstecken muss, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Es ist halt ein in seiner Story einfacher Film, die Geschichte ist mitunter etwas wirr und natürlich recht dürftig, aber es ist natürlich vorrangig ein Eastern mit so blutiger wie knallharter KungFu-Fightaction. Ein eisenharter Actioner eben, da gerät die Storyline selbstredend natürlich ins Hintertreffen. Und die Atmosphäre ist da nun mal auch mit einfachen wie teils schäbigen Echt-Kulissen die eines B-Movies dieses Genres, so what?

Die Kritiken machen sich aber auch insbesondere daran fest, dass dieser Eastern als Jackie Chan-Movie vermarktet wurde -Chan spielt eine kaum wahrnehmbare Mini-Rolle als einer der billigen Schläger des Villains Chen Hsing-, was natürlich einen betrügerischen Schwindel darstellt. Dann wird die -zugegeben- äußerst lausig-miserable deutsche Synchronisation bemängelt, und ich muss sagen, so eine extrem schwache Synchro habe ich noch nie bei einem Film, auch bei einem billigen KungFu-Actioner, erlebt, grässlich. Und in der deutschen Fassung fehlen irgendwie die Außenränder links und rechts.

Klar, zieht das den Film -in seiner deutschen Fassung- runter..., aber dafür kann ja der originäre Streifen nichts. Man sollte "The Brutal Boxer" ("Blood Fingers") als das betrachten, was er im Original ist und wohl nur sein will: Ein einfacher, knallharter KungFu-Actioner der kostengünstig und ohne großen Aufwand die Fans des Genres unterhält.

Da sollte man also keinen großen, humorvollen oder episch angehauchten Super-Klassiker mit "Welt-Star" Jackie Chan in der Hauptrolle erwarten. Und für die grottenschlechte Synchronisation und das mangelhafte Bildformat kann der originale Film ja -auch- nix.

Die Geschichte ist einfach, letztlich schlüssig, und natürlich nur der Aufhänger für die zahlreichen KungFu-Schlägereien, diese irgendwie miteinander zu verbinden und in einen langen, blutig-intensiven, knallhart-brutalen Show-Down mit Nonstop-KungFu-Action-Total münden zu lassen. Da lässt man´s krachen, und der eingefleischte Eastern-Fan ist am Ende zufriedengestellt, ein solider B-Eastern Marke extra-hart, nicht mehr, nicht weniger.

Raymond Lui und Regisseur Kwan Shan agieren als Brüder-Gespann auf der Suche nach ihrem Onkel. Sie geraten dabei an eine Gangster-Bande, angeführt von Ober-Villain und Genre-Haudegen Chen Hsing. Kwan Shan hält sich da eher zurück, und Raymond Lui ist der Held des Films, der letztlich einsame, harte Kämpfer ala Bruce Lee. An dessen reell-harten KungFu-Actionern orientiert sich auch "The Brutal Boxer", einfach-rustikale Atmosphäre, blutige Rache und kernige Kämpfe.

Lui spielt das solide, wütend in der Mimik, ein ernster Typus der keine Konfrontation scheut. Natürlich ist die Rolle actionlastig, und Raymond Lui vornehmlich ein KungFu-Fighter, ein eisenharter Held.

Kwan Shan macht das ebenfalls solide, seine Figur wird ermeuchelt, das pusht natürlich das Rache-Schema in diesem KungFu-Actioner. Chen Hsing ist hier der Villain, der das alles natürlich mit brutal-kalter und skrupellos-erbarmungsloser Aura, verschwitzt und keinerlei Spaß verstehend, gekonnt unterfüttert. Lui vs. Chen ist da natürlich die unausweichliche Konsequenz im Kampf auf Leben oder Tod, Mann gegen Mann.

In einer durchaus bemerkenswerten Neben-Rolle erleben die Eastern-Fans hier den Darsteller "Mars" aus dem -späteren- Dunstkreis Jackie Chans. Hier ist er ein knallharter Fighter, kämpft nur in diesem Actioner, ernst, kompromisslos. Später kannte man ihn ja nur in clownesken Rollenbildern als grinsenden Doof-Dummie in komödialen Eastern neuerer Art. Hier gefiel er besser, und überrascht als harter Kämpfer.

Die weibliche Rolle hat hier die hübsche "Tanny" Tien Ni, als am Ende rumgeschubst-verzweifeltes und mies behandeltes Girlie, auch sie in diesem -undankbaren- Rollenbild solide, sie macht das tapfer. Würde ich die schöne Tanny abweisen, wenn sie was von mir wollte? Nur wenn ich mit Kerstin Palzer und Alev Seker liiert wäre.

Unter den Schergen des Villains, Kanonenfutter für den Helden, tummeln sich später prominent gewordene Eastern-Darsteller: Wilson Tong -den ich nicht entdeckte bzw. erkannte-, Corey Yuen -dto- und eben der, mit dem deutsche Verleiher groß warben: Jackie Chan. Der hat eine Mini-Rolle, kaum wahrnehmbar. Er ist unter den Schlägern, in einer Sequenz am Anfang schliddert er bäuchlings gegen einen Tresen, da erkennt man sein Konterfei.

Dass mit ihm groß geworben wurde, ist natürlich ein dreister Etiketten-Schwindel und Verarsche ggü. seinen deutschen Fans, die da selbstredend was anderes und größeres erwarteten.

Das Wichtigste ist natürlich die hier knallharte und vor allem zum Ende hin brutal-blutige KungFu-Action. Ala Bruce Lee wurde auf Realistik Wert gelegt, das sind eher rau-reelle Fights im Streetfight-Stil, so wird aber wirklich KungFu gekämpft, wenn es zum echten Fight kommt. Die Intensität ist sehr hoch, die eisenharte Fight-Action soll brutal wirken, tut sie auch, und macht dem Titel "The Brutal Boxer" in der Tat alle Ehre.

So durchziehen zahllose KungFu-Schlägereien diesen Streifen, und am Ende rund 15 Minuten -und der Film hat eh nur 74 Minuten Laufzeit- lang Nonstop-KungFu-Fightaction-Total, "Mars" & R. Lui ´gegen alle´, und schließlich finalisierend der Höhepunkt mit Chen Hsing vs. R. Lui. Eine brachiale Geräuschkulisse unterstreicht die Brutalität der Fights, zum Ende hin werden Stangen und Dolche in Bäuche und Leiber gerammt, und es wird ziemlich blutig.

"The Brutal Boxer" aka "Blood Fingers" ist keine Klamotte mit Jackie Chan als Hauptdarsteller, sondern ein einfach-billiger, dafür knallharter Eastern mit solider KungFu-Action. Nicht mehr, nicht weniger.

6/10.

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