Review

But we had been shooting on the picture about a week before Duke was needed, and he shows up on the set and I asked him if he had seen any of the work. And he kind of growled, "Yeah, I've seen it." And he pointed to George Sherman (the director) and said, "He hasn't shot one damn thing that's usable!" (...) But you see, Duke didn't know many (directors). And if Andy (V. McLaglen) wasn't available - then he didn't always know who to call. He gave Sherman the job, and he wasn't happy. At night, Sherman would get drunk- and he was a little guy, about five feet tall - and he'd say, "Where is that big bastard? I'll knock him on his ass!" (laughs). But Duke really started to direct the scenes, "let's try it this way." Took it over and he did a good job. He directed that movie, although he didn't take the credit.

~ Harry Carey, Jr.

Die Beauftragung der Regiearbeit von Big Jake, einem der Spät- und seltenen Traditionellen Western des Jahres 1971 erfolgte durch Hauptdarsteller und Produzent John Wayne selber, ein Darsteller am Ende seines Schaffens, und einer Karriere, die aufgrund hohen Alters, gesundheitlicher Probleme und auch den Wandel der Zeiten eingeschlossen den Geschmack des Publikums mittlerweile schon sichtlich angezählt und auf den letzten, aber teilweise furiosen Metern war. Eine Veränderung, die sich bereits die Jahre zuvor, so ca. ab 1968 verstärkt bemerkbar gemacht hat und wo die Einflüsse des Europäischen Western auf der einen Seite und des New Hollywood auf der anderen Seite eine derart starke Konkurrenz aufgebaut haben, dass der einstige Star und Box Office Magnet Wayne mittlerweile fast (nicht gänzlich) noch der einzige Fels in der Brandung und der einzige Widerstand gegen die von ihm selber ungeliebten Veränderungen war (obwohl er bspw. die Arbeit von Eastwood mochte):

1909. In der Nähe der mexikanisch-amerikanischen Grenze wird die Ranch von Martha McCandles [ Maureen O'Hara ] durch die Fain-Gang um die Brüder John Fain [ Richard Boone ] und Will Fain [ Robert Warner ] blutig überfallen. Dabei wird auch Jacob "Little Jake entführt, bevor die Bande nach Mexiko flieht und eine Lösegeldforderung über 1 Million Dollar hinterlässt. Delegierte der US-Armee und der Texas Rangers bieten an, die Lösegeldübergabe für Martha zu übernehmen, diese beschließt stattdessen, ihren entfremdeten Ehemann Jacob "Big Jake" McCandles [ John Wayne ] zu holen, seine Söhne Michael McCandles [ Christopher Mitchum ] und James l McCandles [ Patrick Wayne ] sowie Jakes ältere Apachenfreund Sam Sharpnose [ Bruce Cabot ] schließen sich an.

Dabei geht Big Jake wie bspw. auch Die Cowboys (1972) doch sichtlich, wenn auch nur in kleineren Schritten und wenigen Ansätzen auch bereits auf die neuen Bedingungen, hierbei vor allem in Sachen Gewalttätigkeit und dem Abgesang auf ein Genre auch thematisch verbunden im Sujet selber ein, ohne natürlich gleich die noch festen Spuren der Beständigkeit zu verlassen und etwas gänzlich Neues, Ungewohntes zu generieren. Interessanterweise ist der Film dabei durch die ausdrückliche Fürsprache von Wayne von einem Routinier des Genres und einem eher komplett der Vorzeit angehörigen Filmemacher, dem auch schon betagten George Sherman nämlich und damit einem alten Weggefährten aus den späten Dreißigern und vertrauten Freund, offiziell, wenn auch bloß teilweise und zeitweise, nur Schein wahrend gedreht. Sherman hatte mit Wayne selber damals die The Three Mesquiteers, eine Reihe von B-Picture Serials fabriziert, und sich abseits dessen auch mit weiteren Darstellern wie Van Heflin, Guy Madison, Audie Murphy oder Joel McCrea, aber auch stets eher in Western der zweiten Reihe und der zweiten Güteklasse, nie also direkt im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit bewegt; eine späte Chance voller Gnade hier, die voller Dankbarkeit gegeben wurde und mit ebensolcher Dankbarkeit entgegengenommen und (nicht immer zufriedenstellend für den Auftraggeber) umgesetzt.

Loyalität ist also noch das, was zählt, Recht und Ordnung, die gute alte Wertarbeit und die wenigen und dafür wahren Worte, zu denen man auch steht; ein Motto, dass der Darsteller auf der Leinwand vorgelebt hat, auch wenn es im Privaten nicht ganz so astrein um die Umsetzung steht, und was der Film auch weitertragen möchte und mit aller Konsequenz, die hier ausnahmsweise auch mal (vergleichsweise) stattliches Blutvergießen, natürlich nicht im Ausmaße eines darum buhlenden Leise weht der Wind des Todes oder vom 'Bloody San' Peckinpah etwa miteinschliesst. Dabei ist der Film in seinem Jahrgang wie die weiteren Arbeiten vom Duke ab den späten Sechzigern in der Art relativ alleine auf weitem Felde, kann man weitestgehend abseits all der entweder rapiden Umwälzungen im Genre oder gleich der humoristischen Aufbereitung oder gar Verhohnepipelung durch Spaßwestern als relativ getreue Kollegen nur noch Michael Winners Lawman und Henry Hathaways Shoot Out - Abrechnung in Gun Hill, dort jeweils auch mit den stabilen Heroen Lancaster respektive Peck dazu zählen. Ein ehrliches Anliegen des Festhaltens an mittlerweile nicht mehr allzu sehr gefragten Regeln und Grundsätze, und zusätzlich eine erweiterte Mentorenschaft durch den Duke, der hier wie auch in seinen umliegenden Arbeiten auch deswegen mit Absicht die Rolle des Vaters/Großvaters, bzw. die des Zieh-Vaters in Die Unbesiegten (1969), des mit zwei heranwachsenden Sprösslingen auf dem unrechten Weg geschlagenem alleinerziehenden Witwers in Geier kennen kein Erbarmen (1973) oder gleich des Anführers und Erziehers einer ganzen Horde von Nachwuchsligen in eben Die Cowboys wählt.

Wayne (“ein besonders unangenehmer und harter Mann“) benötigt man hier sichtlich auch, schreit gerade grausige Massaker in der Eröffnungsszene nach einer entsprechenden Antwort, die nur ein bestimmter Darsteller fähig zu ist. Die narrative Einleitung selber hapert etwas, ein im Grunde unnötiges, bisweilen albern klingendes Vorstellen der Gegensätze vom an der Ost- und Westküste urbanen Amerika, wo in den Metropolen das Leben, die Kunst und irgendwo auch die Dekadenz blüht, während es trotz des fortgeschrittenen Datums von 1909 kurz vor Mexiko und inmitten der Vereinigten Staaten tatsächlich noch ganz anders, wild und gefahrvoll und schnell mal tödlich auch zugeht. Die Bedrohung selber wird gleichzeitig ruhig und unaufhaltsam eröffnet, die Bande des Schreckens ausführlich per Namen und per Lieblingswaffe des Mordens vorgestellt, während die Gegenüber noch ahnungslos, harmlos ohne Sorgen und friedlich in den Morgenstunden den Tag beginnen, von denen die meisten nach all dem baldigen violenten Kugelhagel die nächsten Minuten und vor allem den nächsten Tag nicht mehr erleben.

Ein aktionsreiches Tötungsszenario mit Ansage und deutlich im Ausdruck und den Stunts, kann man die Treffer in den Leib, die Einschüsse in die Körper und das vergossene 'Ketchup' oftmals und grellfarben sehen; ein spürbar effektvoller, schmerzhafter Auftakt vom Überfallkommando, der abstrakt ist zu den damaligen Werken von Burt Kennedy und Andrew McLaglen und erst mit dem Auftreten vom Duke und seiner Einführung der Befreiung eines zum Tode durch Erhängen 'Verurteilten' wieder etwas in die Richtung Hoffnung und Erlösung geht. Dass man relativ spät angesiedelt ist und hier auch schon mit Automobilen, Motorrädern etc. agiert und dass die von William Clothier edel bebilderte Geschichte mit dem großangelegten The Million Dollar Kidnapping (Alternativtitel) einer Posse und einer ebenso größeren Reaktion seitens der Army bzw. der Ranger bzw. des skrupellosen Einzelkämpfers Wayne (und seiner Familie und Gefolgschaft, darunter einem ebenso tatkräftigen Hund) auch etwas anders als üblich, als Entführungsthriller im nicht mehr ganz so Wilden Westen und eher in Mexiko als den Vereinigten Staaten angelegt ist, gibt dem Film eine gewisse nötige Frische, eine Moderne und eine Unberechenbarkeit, die natürlich nicht das (wahrlich nervenzehrende) Ende, aber den Weg dahin einschließt.

So darf man zwischendurch (zur altmodischen, melodiösen Untermalung von Elmer Bernstein) auch etwas Klamauk, ein paar horrend holprige Actionszenen mit dem Motorrad über Stock und Stein und gar im Sprung über eine Schlucht (und zurück) bewundern, wird im Hinterhalt eine der vierrädrigen Karosserien zum Bersten gebracht und eine explodierend in den Abgrund geschickt, sehr zur Freude der kreisenden Aasgeier; der Rest danach ist allerdings auch eher holpernd und stolpernd und teils mäßig bis schlecht geschrieben und teils auch so gespielt. Wayne, der hier zuweilen wirklich alt oder steif wirkt, hat auch keine richtige Ergänzung oder gar Unterstützung in den weiteren Darstellern an seiner Seite, ausgenommen den (schwarz gefärbten, mal helleren, mal dunkleren) Langhaarcollie, der die Zweibeiner alle naselang an die Wand spielt und sowieso der große Pluspunkt des Geschehens, im Grunde die einer Familienzusammenführung, vor allem von einem Vater zu seinen Söhnen, plus einem Thrillerszenario ist. Eine kleinere Überraschung kurz vor dem aufwühlenden Showdown in einer Geisterstadt zu Blitz und Donner (und nach einer arrangierten Saloonprügelei plus einem kurzen Indoor-Shootout) bringt noch einmal etwas Würze in die Erzählung, die zweifellos ihren Aufwand und die Spannungsmomente (das Scharfschützenduell!) hat, diese aber vermehrt nur eingangs und eben final gesetzt sind und zwischendurch das Ganze trotz Abwechslungsreichtum etwas hängt. “Vorhang. Applaus.









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