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Mattie Ross kommt nach Fort Smith, um die Leiche ihres Vaters zu identifizieren und dessen Geschäfte zu regeln. Da die Behörden nicht viel Mühe darauf verwenden, den Mörder zu suchen, engagiert sie Marshall Rooster J. Cogburn, einen einäugigen, eisenharten Trunkenbold der alten Schule, vor dem man sie ausdrücklich gewarnt hatte. Ihnen schließt sich ein junger Texas Ranger an, der sich die Kopfprämie verdienen will. Zu dritt reiten sie der Gefahr entgegen und liegen bald in ständigem Streit.

Schon etwas in die Jahre gekommen zeigt John Wayne zwar immer noch seine raue Schale, aber er scheint zu wissen das sich der klassische Western dem Endstadium zubewegt und spielt seinen bärbeißigen Marshall mit der Augenklappe und der Whikeyflasche erstaunlich selbstironisch. Hier trifft er zudem auf eine sehr lebhafte 14-jährige, die ihn anheuern möchte um den Mörder ihres Vaters einzukäschen. Allerdings pendelt diese Mattie ständig zwischen nervig altklug und gelegentlich amüsant hin und her, das man ihr manchmal durchaus einen Querschläger wünscht. Zumindest ist hier die Welt noch gerecht, das John Wayne seinen einzigen Oscar bekommen hat und nicht sie. Komplettiert wird das Jägertrio noch durch einen Texas Ranger, der im realen Leben Lieder trällert und auch sonst kaum weiter auffällt.
Das Kommando lautet also "Duke, übernehmen sie" und er tut das mit Bravour. Inmitten malerischer Landschaften machen sich die Drei auf die Suche nach dem Vatermörder mit dem häßlichsten Mal im Gesicht seit Jackie Chan in Rumble in Hong Kong. Dieser hat sich einer Gangsterbande angeschlossen, so daß der Zuschauer in den Genuß von einigen Shootouts im Grünen kommt, während sich der wilde Westen hier sonst eher von der progressiven und kultivierten Seite in den Städten zeigt, wenn man mal von Dorffesten absieht, deren Höhepunkt eine Dreifach-Erhängung ist, während die Kinder ein paar Meter entfernt gemütlich schaukeln.
Jedenfalls bietet der Spätwestern einen tollen Hauptdarsteller und auch noch genug klassische Westernmotive, um auch die Fans anzusprechen. Vor allem aber habe ich den Duke noch nie so witzig erlebt, ich mußte da an manchen Stellen wirklich lachen, beispielsweise auf die entsetzte Frage eines Gangsters (sogar der junge Dennis Hopper) wie er einem Mann die Unterlippe wegschießen konnte und der prompte Konter kam "Ich habe auf seine Oberlippe gezielt". Ein herrlich alter Schinken, den man sich locker auch heute noch anschauen kann.
8/10

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