John Wayne ist heutzutage bekannt durch seine Western mit Ford und Hawkes, hat sich aber in der Spätphase seiner Karriere und der wohl im Nachhinein spannendsten Ära der Filmografie vermehrt mit Andrew V. McLaglen, einem britischen Spezialisten für aufwendiges Spektakelkino und weniger den großen Feinheiten beschäftigt. Entstanden sind dabei auch mehrere Western, wobei die drei Spätwerke Chisum, Geier kennen kein Erbarmen und eben Die Unbesiegten in der Ausgestaltung traditioneller Begebenheiten und standardisierter Formeln mit dem Zusatz neuer Methoden von Dramaturgie und Inszenierung, also die Aktualisierung der Vergangenheit in die Gegenwart und Anpassung an veränderte Zeit- und Publikumsumstände sicherlich nicht die beliebtesten in der Masse der angesammelter Ware, aber die widersprüchlichsten im Ton und auf ihre Art damit eindringlichsten fast sind.
Als Anreiz für die neue Zuschauerschaft hat der Film neben dem altgedienten Heroen Wayne und seiner Paarung mit dem ebensolchen Hudson auch deswegen bspw. den Zusatz durch Jan-Michael Vincent, einer baldigen Hoffnung des Neuen Hollywood und diverse aktionsreiche Momente in bemüht aufreibender Manier zu bieten, wobei die Produktion selber vom Bekanntheitsgrad noch hinter den beiden anderen zurückblieb und in der allgemeinen Wertschätzung auch allerhöchstens im Mittelfeld, wie im Grunde die gesamte Filmografie des gerne als soliden Handwerker verschrienen McLaglen liegt:
Kurz nach dem Ende des Sezessionskrieg hat sich der auf der Seite der erfolgreichen Nordstaaten tätige Colonel John Henry Thomas [ John Wayne ] mitsamt seinen wenigen übriggebliebenen Mannen aus dem Armeedienst wieder zurückgezogen und möchte das alte Leben wieder aufnehmen. Um schnell an Geld zu kommen, treibt er mit seinem Team bestehend aus u.a. Short Grub [ Ben Johnson ] und dem Adoptivsohn Blue Boy [ Roman Gabriel ] eine 3000 Pferde umfassende Herde nach Durango, um sie dort meistbietend an die Truppen von Kaisers Maximilian I. von Mexiko zu verkaufen. Auf dem Weg dahin stoßen sie auf einen versprengten Rest von Konföderierten, angeführt von Colonel James Langdon [ Rock Hudson ], der mitsamt seiner Familie, der Frau Margaret [ Lee Meriwether ], der Tochter Charlotte [ Melissa Newman ] und der verwitweten Schwägerin Ann [ Marian McCargo ] alsbald mehr ihre Hilfe braucht, als ihm lieb ist.
McLaglen, der aus mehrerlei Gründen ein Liebling von Wayne selber war, von den Umherstehenden allerdings wenig wertgeschätzt, hatte hierbei gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen, die mit analog zum Niedergang des traditionellen Western zu suchen und zu finden sind. Das ehedem in den frühen Sechzigern für Henry King geschriebene Drehbuch im höchsten Maße konventionell und bereits von der Prämisse schlicht gestrickt. Der eine Hauptdarsteller vom Alter gezeichnet, von einer fortschreitenden Erkrankung und vom bitteren Privat- und Finanzleben gleich mit. Der zweite Hauptdarsteller dafür schon weg vom Box Office Geschäft (Hudson wurde 1966 von Universal aus dem Vertrag entlassen und hatte die beste Zeit mit Romantischen Komödien lange hinter sich), und die Produktion selber wurde vom allumfassenden Publikums- und vor allem auch Kritikerfolg Der Marschall nicht nur überschattet, sondern schlicht erdrückt.
Dabei hat gerade der Einstieg in das Geschehen und dies angesichts der tatsächlichen zeitgenössischen Begebenheiten zum Zeitpunkt der Produktion herum so einige interessante Analogien und Debatten zu bieten; eine letzte gewonnene Schlacht, obwohl der Krieg schon seit drei Tagen vorbei und der Waffenstillstand ausgerufen ist, und obwohl aufseiten der Unterlegenen bereits vor dem Kanonenhall mehr Leichen über den Schutzbauten gehangen haben als noch stehende Kämpfer anwesend sind. Ein offener Untergang in den Tod, sehenden Auges in die unvermeidliche Niederlage hinein, was gleichzeitig einem wahnhaften Stolz, einem blind machenden Patriotismus und Nationalismus fern aller Überlebensinstinkte und heroischer Naivität entspricht.
Das lieber aufrecht sterben als sich gebückt der Übermacht ergeben kennt man auch aus anderen Wayne - Werken, wird dies hier allerdings zu Beginn (wenn auch nur dort und anschließend in den Szenen in Baton Rouge) tatsächlich infrage gestellt und sind mehrere Verhaltensweisen genauso wie der Krieg selber schlichtweg in Unverständlichkeit, Unergründlichkeit und seiner eigenen irrwitzigen Sinnlosigkeit ausgedrückt. Die folgende Geschichte formuliert in einem längeren, fast dreiviertelstündigen Parallelgeschehen die Abwicklung der Kampfhandlungen, in dem manche Beteiligte gleich wieder zur Tagesordnung übergehen (versuchen), manche die Geschäftemacherei mit der Not hochleben lassen und einige wenige noch das Trauma der letzten Jahre mitschleppen, wenn auch auf dem Weg in ein neues Leben aufgebrochen sind. Ein vielfältiges Verlustgeschäft, das mit der offiziellen Unterzeichnung der Aufgabe und der Formulierung von 'Frieden' zwischen Nord- und Südstaaten noch nicht zu Ende ist, sondern erst die Re-Konstruktion der Nation ausgerufen ist und die ehemalige Heimat auch nur ein Platz im Herzen und in der Vergangenheit ist.
Erstaunlicherweise ist ab dem Zusammentreffen der ehemaligen Feinde, die hier von Wayne wie üblich, nur müder und von Hudson kostümiert wie ein Pfau verkörpert werden, die Luft aus dem Geschehen schon fast raus, wird dann auch vermehrt ein leicht komödiantischer Unterton und ein "Alles halb so wild" mit anekdotischen Erinnerungen an den nun gerade zurückliegenden Bürgerkrieg involviert. Ein Hoch nicht auf den Patriotismus, auf den sich hier wegen der Zwistigkeiten eben nicht geeinigt wird, sondern auf das Männertum, wo vielleicht auf der falschen Seite und den falschen Gründen gekämpft wurde, aber dies nichts ist, was eine zünftige Massenschlägerei und viel Whiskey (oder auch Pott Kaffee) nicht behebt. Zwar werden nun auch einige größere Szenen dargereicht, ist vor allem das Einfangen und Treiben der Pferdeherde imposant, eine mittige Belagerungssituation nicht gänzlich unspannend und der Faustkampf aller Beteiligten passend zum vierten Juli auch nicht verkehrt, kommt der mit 7 Mio. USD Recht teure Film aber selbst im Finale buchstäblich nicht mehr richtig weg vom Fleck und leidet besonders an diversen "Frauengeschichten" (Charlotte und der "Indianer", nebst dem daraufhin eifersüchtigen Lt. Bubba Wilkes, gespielt von Jan-Michael Vincent, plus auch der Duke und die edle Südstaatenwitwe mit dem schweren Akzent). In diesen Phasen und vor allem gen Ende wirkt der Film auch tatsächlich alt, antiquiert nicht im besten Sinne und so steif wie die Fernsehserien, der McLaglen wohl nie so richtig entwachsen ist. Der Abschluss ist überhastet und löst eine Situation, die The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz nur wenige Monate später für ein fulminantes Blutbad nutzt, hier in besserem Duckmäusertum mit zusätzlich noch falschen Stolz, und ansonsten Friede, Freude, Eierkuchen auf, was geradezu antiklimatisch wirkt.