Die mexikanische Kinofilmproduktion El Laberinto Del Fauno(O.T.), welche im Wettwerb in Cannes 2006 lief, ist am 11.10.2006 in Spanien gestartet und stellt sich als visuell berauschender und emotional ergreifender Genremix heraus. Man sollte sich den Film unvorbereitet anschauen. Mit Gewissheit wird der deutsche Verleih den Film als Horrorfilm anpreisen. Doch "Pan's Labyrinth" ist mehr als das.
Er ist viel mehr eine Symbiose aus der Darstellung der harten Lebensbedingungen eines Spaniens im Franquismus (1944), mit einem hervorragend spielenden Sergi López als militarischen Kapitän, und der alptraumhaften Traumwelt eines jungen Mädchens, welches versucht der post-bürgerkriegerischen Realität zu entfliehen.
Horrorfans kommen nur bedingt auf ihre Kosten, da der zweistündige Film nur etwa ein Drittel an surrealen Sequenzen bereithält. Diese sind von Guillermo del Toro gewohnt (Cronos, Hellboy) handwerklich perfekt in Szene gesetzt. Die Real-Sequenzen können durch empathische Charakterdarstellungen und wirklichkeitsnahe Kriegsaktionen überzeugen. Überhaupt kann die Cinematografie von Guillermo Navarro, mit elegant schwebender Kameraführung, im gesamten Film punkten.
Sicherlich muss man dieses Filmwerk von seiner Thematik, trotz seiner beachtlichen Ausstattung, als Independent-Produktion einstufen und wird sicherlich ein spezielles, wie auch anspruchsvolles Kinopublikum ansprechen.
Es handelt sich bei "El Laberinto Del Fauno" um cineastische Perle, welche völlig zurecht in Insiderkreisen als mexikanische Produktion ins Rennen um die Oscar-Nomierungen als bester fremdsprachiger Film im Januar 2007 gehen wird. (FAD, 16.10.2006)