Auf "Pans Labyrinth" habe ich seit dem genialen Trailer fieberhaft gewartet. Für mich war er der große Hoffnungsträger 2007 und ein Kandidat für eine ganz seltene 10er-Wertung. Jetzt prangt neben meinem Namen also "nur" eine 8. Eine kleine Enttäuschung also? Diese Frage lässt sich ganz klar beantworten: Nein, obwohl es anfangs ganz danach aussieht..
Als ca. 40 Minuten vorbei waren, dachte ich mir: "Scheiße, da passiert irgendwie nichts Besonderes. Außerdem ist das Ganze sehr sperrig aufgebaut und ziemlich zäh erzählt" Dann allerdings, ungefähr bei Ofelias 2. Prüfung machte es "Klick" und ich konnte endlich in den Film eintauchen. Denn hier nimmt "Pans Labyrinth" endlich an Fahrt auf und lässt einen nicht mehr los. Der Wechsel zwischen grausamen Szenen aus dem Bürgerkrieg und der Fantasiewelt, in welche Ofelia abtaucht, verschmelzen endlich zu einem durchweg funktionierenden Ganzen.
Ein weiteres riesiges Plus für den Film ist Sergi Lopez als General Vidal. Ich habe selten so einen charismatischen Bösewicht erlebt, welcher einfach durch und durch ein mieses Arschloch ist, und den man gerne persönlich erschießen möchte (das ist übrigens als großes Kompliment gemeint!). Dagegen fällt die Leistung von Ivana Baquero als Ofelia "nur" gut aus. Sie macht ihre Sache nicht schlecht, wirkt aber manchmal etwas blass.
Der Score trägt ebenfalls zum Gelingen des Films bei. Besonders beim traurig-schönen Schluss ist dieser besonders passend eingesetzt worden. Apropos Schluss: Wer bei diesem Ende nicht mindestens eine Träne im Augenwinkel hat, muss schon ziemlich abgestumpft sein!
Fazit: Nach etwas zähem Beginn entpuppt sich "Pans Labyrinth" doch noch als großartiger Film voller gelungener Einfälle. Zartbesaitete sollten jedoch nochmal überlegen, den Film anzuschauen, denn es gibt doch ziemlich viele brutale Szenen zu "bewundern" (Flasche ins Gesicht, Kopfschüsse in Nahaufnahme, Nähen einer tiefen Wunde am Mundwinkel, usw.). Von mir gibt es nach dem ersten Sehen eine 8. Nach dem 2. Mal könnte dann die 9 durchaus stehen.