Ich muss ehrlich sagen: Ich verstehe den ganzen Hype um diesen Film nicht so ganz! Natürlich ist der Film, handwerklich eine Wucht, die Darsteller überzeugend bis überragend, die Aufnahmen in der Fantasy-Welt ausstattungstechnisch sehr detailliert und fantasievoll, natürlich die Darstellung des spanischen Bürgerkriegs wohl realistisch, aber beides passt eben nicht so wirklich zusammen!
Beide Welten existieren mE ziemlich unabhängig voneinander, ein direkter Zusammenhang oder sogar aufeinander folgende Handlungsstränge sind äußerst selten. Am enttäuschendsten ist wohl, dass
a) die Fantasy-Welt einfach nur lächerlich wirkt (der dicke Frosch, der Was-auch-immer mit den Augenhänden), da kommen eine Menge ungewollte Lacher auf; auch die Darstellung des Pans wirkt wenig erhaben, eher zappelig und nervig.
b) das Bürgerkriegs-Szenario einfach zu 100% Depressivität ausstrahlt, und das mit einer expliziten Gewaltdarstellung, die mich extrem an jeglichen Gremien der FSK zweifeln lässt (eingeschlagene Köpfe in Nahaufnahme, Hinrichtungen en masse, Kopfschüsse aus nächster Nähe, Kindermord): da kann man über Kürzungen und Diskussionen bspw. über Rambo 4 nur den Kopf schütteln, die Brutalität in "PansLabyrinth" übersteigt viele geschnittene und nur für Erwachsene freigegebene Filme der letzten Jahre - und das bei einer 16er-Freigabe! Das Argument "Fantasyfilm = andere Maßstäbe" kann hier wohl kaum gelten, spielen die Gewaltszenen doch ausschließlich in der realen Welt.
Fazit: Unausgegorener Mix aus Bürgerkriegs-Gemetzel und Kindheitsträumerei, dass am Schluss mit einer obligatorsichen "Applaus in goldener Halle"-Szene aufwartet, die schon in anderen Filmen (bspw. Star Wars) einfach nur peinlich wirkte. Hier sieht man deutlich den Unterschied zwischen einem Meister (Peter Jackson) und seinem Nachahmer (Guillermo del Toro), da sinken die Erwartungen bei mir zur Verfilmung von "The Hobbit" deutlich, leider!