Mit „Dark Remains“ wird ein weiterer altmodisch gestalteter Gruselfilm auf den Markt geschmissen, der sicher sein Zielpublikum finden wird. Nur, innovativ ist hieran rein gar nichts und wen Geistererscheinungen a la „Grudge“ schon zigfach gelangweilt haben, wird hier auf Dauer gewiss nichts Neues für sich entdecken.
Auch die Geschichte bietet nichts, was man nicht genauso in anderen Filmen zu sehen bekam: Paar zieht nach der Ermordung der Tochter in eine einsam gelegene Hütte und wird von Geistern geplagt.
Das gestaltet sich zwar nicht gänzlich langweilig, aber überrascht wird der Zuschauer mit diesem Film eher nicht, auch wenn die Inszenierung an sich recht solide ausgefallen ist.
Jedoch sieht eine wohl durchdachte Story anders aus. Das beginnt schon mit der Ermordung der gemeinsamen Tochter. Da sind kurz Cops am Tatort, doch man hinterfragt weder den Täter (den man nicht sieht), noch dessen Motiv. Kurz darauf befindet sich das trauernde Paar bereits in der geräumigen Hütte und es dauert nicht lange, bis, neben zwei, drei Nebencharakteren auch die Geistererscheinungen auftauchen.
Und hier greift man ganz tief in den Fundus wohlbekannter Schockeffekte: Mutter macht Fotos und entdeckt auf den entwickelten Bildern Gestalten. Ab und an stehen in der Ecke abwechselnd eine bleiche Rothaarige, eine nackte Dunkelhaarige, auch mal der Geist eines Typen.
Frau sieht in den Spiegel, dreht sich um, nur wir Zuschauer sehen einen Geist. Freund des Paares ist zu Gast, steht nachts auf, sieht eine Geisterfrau und schreckt zurück.
Selbst die Magnetbuchstaben auf dem Kühlschrank formen von selbst ein „Leave“ und natürlich tritt der Geist des ermordeten Kindes noch in Erscheinung, um zumindest Mutti, die für so etwas eher empfänglich ist, zu warnen.
Ein ideenloses Sammelsurium, das sich mit zunehmender Laufzeit immer weiter abnutzt.
Zwar sind die Locations, wie ein großflächiger Dachboden oder ein leerstehendes Gefängnis gut gewählt und ausgestattet, doch bei alledem fehlt der letzte Kick, um den Zuschauer wirklich zu erschrecken. Allenfalls eine Geisterfrau, die sich rücklings an die Figuren heran robbt (und dabei ein wenig an „Exorzist“ erinnert), weiß zu imponieren.
Auch die Auflösung des Geistertreibens birgt keine Überraschungen. Irgendwer wurde einst ermordet und seitdem geschehen, immer wieder passend zum Jahrestag, unerklärliche Morde in der Gegend. Hierzu fehlt auch selbstverständlich nicht die Sequenz, in der sich der Ehemann im örtlichen Zeitungsarchiv umsieht und fündig wird. Mit dem Showdown kommen die Geister dann in geballter Ladung, es gibt sogar eine Auseinandersetzung mit einem Lebenden, doch richtig fesselnd gestaltet sich auch das nicht.
Die Sache wirkt von vornherein abgenutzt, obgleich die Herangehensweise von Autor und Regisseur Avenet-Bradley handwerkliches Geschick erkennen lässt. Auch mit den unbekannten Darstellern hat er keine falsche Wahl getroffen, da sie ihre Aufgabe mindestens okay meistern.
Aber im Gesamtbild bleibt doch eine gewisse Enttäuschung, auch wenn einige Szenen durchaus Spannung und Atmosphäre erzeugen. Nur leider alles auf Sparflamme, weil man sich nicht um interessante Neuerungen in Sachen Story und Schockeffekte bemüht hat.
Am Ende wird man zwar stellenweise passabel unterhalten, doch lange wird der Film nicht im Gedächtnis der Genrefreunde haften bleiben. Dafür gestaltet sich „Dark Remains“ so austauschbar wie sein Titel.
4,5 von 10