Bart Jason will bei El Dorado dem Rancher MacDonald die Wasserrechte streitig machen und holt sich einen Revolvermann, um den Job zu erledigen. Es geht ja nur um einen versoffenen Sheriff. Doch er hat nicht mit Cole Thornton und dessen Partner Mississippi gerechnet, denn Ersterer ist nicht nur ein alter Freund des Sheriffs, er steht auch tief in der Schuld der MacDonalds.
El Dorado ist einer dieser Western, der von seinen Stars lebt und, wie ältere Menschen gerne mal zu sagen pflegen, wie sie heute nicht mehr gedreht werden.
Hier wird auf Atmosphäre gesetzt, auf dieses unbeschreibliche Gefühl den Staub der kleinen Westernstadt El Dorado zu schmecken. Heutzutage würde man daraus ein Actiongewitter machen, möglichst viele Shoot-outs einbauen und ein Remake so vermutlich in den Sand setzen.
Nun ist aber nicht so, dass El Dorado ohne Action daherkäme. Die Shoot-outs sind aer gut auf die 2h Laufzeit verteilt und den Gunfights vor und in der Kirche sowie dem Finale gibt es sogar gleich zwei wuchtige Höhepunkte.
Vor allem aber lebt El Dorado von den erstklassigen Darstellenden, die bis in die Nebenrollen treffend besetzt sind und top Leistungen zeigen. Der (umstrittenen) Legende John Wayne reichen wie so oft die kleinen Gesten, um Gefühle zu vermitteln, Robert Mitchum gibt den harten wie auch den besoffenen Sheriff mit Bravour, der junge James Caan sorgt für den notwendigen Humor und Christopher George ist als gegnerischer Revolvermann Nels McLeod mit seiner charismatischen Präsenz eine lebende Drohung. Schade, dass er nicht größere Rollen ergattern konnte.
Das Drehbuch strotzt zudem nur so vor spritzigen Dialogen, gewürzt mit bissigen, aber stets humorvollen Dialogen, die sich durch den ganzen Film ziehen und für großartige Unterhaltung abseits der Action sorgen.
Ein Klassiker und für mich einer der besten Western überhaupt. Aber ich bin auch bekennender Fan der Filme von John Wayne. Großes Kino, must-see.