Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie ein Erfolgsrezept immer wieder variiert werden kann, um im Fahrwasser mitzuschwimmen und ordentlich Geld an der Kinokasse zu machen ohne neue Einfälle hinzuzufügen. Auch "She's the Man" kann man getrost als einen solch epigonischen Ideenklau bezeichnen, auch wenn das Ergebnis letztendlich durchaus als sympathisch bezeichnet werden kann.
Die Story: Die Frauen-Fußballmannschaft von Viola (Amanda Bynes) wird mangels Beteiligung aufgelöst und steht vor dem Aus. Doch als ihr Zwillingsbruder Sebastian (James Kirk) lieber nach London abhaut, um dort mit seiner Band zu spielen als auf seine neue Schule zu gehen, wittert Viola ihre Chance. Sie gibt sich als ihr Bruder aus und geht an seiner Stelle auf die Elite-Penne, um mit der dortigen Fußballmannschaft das Team von ihrem Ex zu schlagen. Doch das bringt natürlich neben der Geheimhaltung ihrer wahren Identität auch weitere Probleme mit sich: Sie verliebt sich in ihren Mitbewohner, der für eine andere schwärmt - zunächst...
Frauenfußball: scheinbar eine hippe Thematik. Doch leider ist dieses Thema auch mit einer Handvoll Filmen abgehandelt, da es nun auch nicht sooo viel hergibt. So ist auch zu erklären, dass "She 's The Man" nicht einen Funken an Originalität aufweist. Auch die Theaterstücke von Shakespeare wurden schon wesentlich spleeniger und einfallsreicher - siehe "10 Dinge, die ich an dir hasse" - aktualisiert
Skakespeare? Ja, denn die Verwechslungskomödie ist dem Theaterstück "Was ihr wollt" entlehnt, welches aus der Feder des Meisters stammt. Dort gibt es als Hauptfigur ebenfalls eine Viola - allerdings spielt die nicht Fußball, ist aber wohl unglücklich verliebt. Und aufgrund einiger Teenie-Klischees sowie Stereotypen (die "Klarmach"- und "Innere Werte"-Thematik ist mehr als ausgelutscht; die Nebenfiguren von der Ekligen über die hysterische Mutter bis hin zum verklemmten Pedanten unter den Schülern kennt man auch schon) ist "She 's the Man" als eine Art "Was ihr wollt" meets "Kick it Like Beckham" nicht wirklich innovativ. Doch womit der Film wirklich punkten kann, ist sein Charme. Hauptdarstellerin Amanda Bynes spielt unverbraucht und wacker gegen Körpertausch-Konventionenen an (ein Tampon-Gag durfte natürlich nicht fehlen) und der Film ist trotz oder gerade wegen der Klischees extrem witzig und kurzweilig. Der ehemalige Fußballspieler Vinnie Jones ("Bube, Dame, König, grAs") beweist zudem in seiner Rolle als raubeiniger Brutalo-Trainer Mut zur Selbstironie und ist das Highlight des Films. Doch leider macht das auch nicht die relativ mies choreografierten Szenen eines Fußballspiels vergessen, welche sich in Sachen Wackel-Optik und unsäglicher Frosch-Perspektive durchaus mit denen von "Kick It..." messen können.
Fazit: Unterhaltsame und charmante, aber allzu stromlinienförmige Teenie-Komödie um Geschlechtertausch und die Liebe. "She 's the Man" glaubt man aufgrund seiner Konventionalität schon einmal gesehen zu haben, ist jedoch durchaus gelungen aus altbekannten Versatzstücken zusammengesetzt und über dem Durchschnitt anzusiedeln.