Review

"She's the Man" ist wieder eine von diesen Komödien, in denen sich das Mädchen in einen Jungen verwandelt, um der Männerwelt zu beweisen, was Frauen draufhaben.
Der Film spielt auf solidem Disneyniveau. Allerdings sticht Amanda Bynes wirklich heraus, das Overacting sprießt zwar hie und da aus dem Schauspielboden, aber insgesamt spielt sie liebenswert und tatsächlich stellenweise unglaublich komisch. Sie als Junge ist aber am Anfang noch sehr...creepy, man muss sich daran gewöhnen. Dafür hat man ihre weibliche Seite, also immer dann, wenn sie sich als Mädchen spielt, großartig verstärkt und ja, sie sieht ziemlich sexy aus. Nette Schauwerte also immer dann, wenn sie nicht auf dicke (Jungs-)Hose macht.
Wer aufpasst, wird den großartigen Vinnie Jones als britischen Fußball/Sportlehrer sehen. Dieser Mensch kann gar nicht unsympathisch, amateurhaft oder langweilig spielen und wenn er am Ende sogar etwas auftaut und aus seiner beinharten britischen Art fällt, auch wenns nur für einen Augenblick ist, dann macht das Spaß und ist für den einen oder anderen Lacher gut.
Alle anderen Schauspieler fallen dagegen gnadenlos ab, niemand wirkt sonst besonders sympathisch oder auffällig, die ganze Riege bleibt blass. Besonders die Kerle im Film wirken belanglos und geradezu gefährlich dämlich.
Ein gewöhnlicher Teenie-Rock Soundtrack, Debütantinnenaufnahmezeremonien und eine solide Regie prädestinieren den Film für einen regnerischen Sonntagnachmittag. Wenn man bedenkt, das Andy Fickman auch Reefer Madness gemacht hat...

Man muss kein Hellseher sein, um zu erklären, warum der Film in Amerika bei Release gnadenlos gefloppt ist. Frauen, die Fußball spielen (unseren Fußball, nicht Football)? Nichts könnte dem durchschnittlichen Amerikaner egaler sein.
Heute (nur 6 Jahre später!) dürfte der Film aber wieder mehr an Bedeutung gewinnen, denn der (Frauen)Fußball ist in Amerika auf dem Vormarsch dank solcher Spielerinnen wie Alexandra Morgan oder Hope Solo, die durch ihr Aussehen eine ganze Reihe Zuschauer gewinnen konnten. Die Zukunft bleibt spekulativ und hat hier auch nix verloren, aber beim Gucken musste ich immer wieder an Alex Morgan denken und wie gut sie eigentlich verkörpert wird, auch wenn das nicht die Intention des Films ist.

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