John Wayne in seinem vorletzten Western. Sein letzter Film und Western war natürlich „The Shootist" von Don Siegel. Weniger pessimistisch als „The Shootist" (1976)präsentiert sich da noch Rooster Cogburn .... and the Lady (so der O.T.). John Wayne spielt wieder Marschall Cogburn, wie in dem Klassiker „True Grit" (dt. Der Marshal)aus dem Jahr 1969. Neben ihm zeigt sich Katharine Hephurn als fromme und bigotte Eula Goodnight. Gemeinsam mit ihren Vater betreibt Eula Goodnight eine Mission im Indianerreservat. Banditen, die der Armee Waffen und Nitroglyzerin gestohlen haben, überfallen die Mission und töten ihren Vater. Der trinkfeste Marshall nimmt die Verfolgung der Verbrecher, gemeinsam mit der Missionarin und einem Indianerjungen, auf. Die Verbindungen zu den Klassikern „The African Queen" und „True Grit" sind unübersehbar und auch so gewollt. So wurde auch die Rolle der Katherine Hephurn stark an die der Rose Sayer aus „The African Queen" (1951) angelehnt.
Zunächst: eigentlich müsste der Titel ja „ Mit Nitro und frommen Sprüchen" lauten. Andererseits zeigt der deutsche Titel gleich, dass in diesem Western Humor und gute Laune im Vordergrund stehen. Für den Humor sorgen natürlich John Waynes Darstellung des Marschalls Cogburn, als auch die ironischen Dialoge zwischen Ms. Goodnight und dem Marschall. Katharine Hephurn und John Wayne waren doch schon beide schon in einem hohen Alter (beide um die 69!) und teilweise auch davon gezeichnet. Natürlich mussten dies die Filmemacher berücksichtigen. So ist das Tempo des Films für einen 70er Western doch recht gemütlich. Trotzdem sprüht bei beiden Hauptdarstellern noch das Feuer und sie zeigen dass sie zu Recht zwei der beliebtesten und größten Stars aus Hollywoods Goldener Ära waren.
Für Western Fans bringt die Handlung natürlich wenig Neues. Außer vielleicht, dass auch mal John Wayne mit einer Art MG Vorläufer schießen darf. In wirklich schönen Landschaften werden wieder zahlreiche Schießereien ausgefochten und Sprüche geklopft. Nicht ganz glaubwürdig ist die Handlungsweise des Scouts der Banditen. [Achtung SPOILER Anfang] Dass er dem Marshal hilft und dann doch zu den Banditen zurückkehrt, passt nicht so ganz in die Geschichte. Auch gegen Ende hin wirkt der Film etwas zu drastisch beendet. Ein schönes Schlussduell zwischen dem Marschal und dem Bandenchef wäre doch noch ganz in Ordnung gewesen. [Achtung SPOILER Ende]. Als positives Zeichen sehe ich, dass ich den Film als ein bisschen zu kurz empfunden habe. An dem gutem Zusammenspiel zwischen Wayne und Hephurn kann man sich halt nicht satt sehen.
Hier wird tatsächlich ein solides und spannendes Western Abenteuer mit zwei Stars aus Hollywood geboten. Beide zeigen für ihr Alter noch jede Menge Elan und bringen auch die sich anbahnende Beziehung (oder Freundschaft) zwischen Cogburn und der Missionarin gut rüber. Es macht einfach Spaß beiden bei ihrer Arbeit zuzuschauen. Auch in seinem vorletzten Film zeigt der „Duke" wer im Wilden Westen das Sagen hat.