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Alice und Davide sind ein ganz besonderes Liebespaar. Sie locken Leute in ihr abgeschieden liegendes Landhaus um sie zu foltern und zu töten. Dabei sind sie auf der Suche. Die Suche nach dem Besonderen. Bislang konnten sie es nicht finden, doch ein neues Opfer scheint es zu haben.

Nachdem man quasi all die Fulcis, Lenzis und Deodatos schon durch hatte, wars mal interessant zu sehen was die Italo-Sudler im neuen Jahrtausend so an Horrordzeugs treiben. Ivan Zuccon ist ja auch kein unbeschriebenes Blatt mehr, mit Grausen erinnere ich mich an seine wulstige Schlaftablette Armee des Jenseits. Aus seiner offensichtlichen Vorliebe für H.P. Lovecraft macht er keinen Hehl, praktisch jede Geschichte basiert auf Werken des berühmten Autoren, auch hier wird öfter mal ein Buch oder ein Poster des Mitbegründers der phantastischen Literatur formatfüllend in die Bildmitte gestellt.
Aber zurück zu Bad Brains. Zunächst mal hasse ich es, wenn man zu einem simplen Terror/Folter Filmchen eine Gebrauchsanweisung benötigt. Ohne diese wird man zumindest die erste halbe Stunde reichlich verdattert vor der Glotze sitzen. Ständige Flashbacks, surreale Versionen, Stigmatas, zwei Typen die auf einem Leichenstapel sitzen, fröhlich vor sich hin morden und in den Leichen irgendetwas zu finden hoffen, auch wenn uns kein Mensch verrät was sie eigentlich suchen, dazu kommt noch ein Typ der das Killerpärchen freiwillig aufsucht und auf geheimnisvolle Weise mit Davide, dem männlichen Part, verbunden scheint. Ums kurz zu machen man blickt nichts, woran sich zwar im Laufe der Geschichte erfreulicherweise etwas ändert, aber bis dahin war die DVD kurz davor hochkant aus dem Player zu fliegen.
Als sich dann aber anfing die losen Enden langsam zu verknüpfen beginnen fängt es aber durchaus an einigermaßen interessant zu werden. So stellen sich die beiden Kopulationspartner als Bruder und Schwester heraus (oha, Inzest voraus), die Folterhalle als das Landhaus ihrer Eltern und die Durchsuchung der Leichen nach dem Ausgleich einer schweren Jugendsünde. Wenn nur nicht alles so konfus und pseudomodern dargebracht werden würde, könnte man vielleicht noch von interessantem Psychohorror sprechen. Blut wird dabei zwar massig vergossen, die wirklich harten Einstellungen bleiben aber der eigenen schmutzigen Phantasie überlassen.
Der komplette Film konzentriert sich auf einen einzigen Ort. Hier gelingen Zuccon zwar einige wirklich verstörende Momente, in denen man mit den Opfern regelrecht mitfühlen kann. Leider sind diese aber deutlich in der Minderheit. Etwas mehr finanzielle Möglichkeiten und eine Glättung des Drehbuches hätten hier sicher gut getan, so bleibt ein etwas zwiespältiges Filmvergnügen.
4,5/10

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