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Über weite Strecken hervorragender Actionfilm von Benny Chan, der sich damit als einer der Grössen im HK Kino empfahl und das bis heute bestätigt [ Gen X Cops, New Police Story, Divergence ]. Nur das letzte Viertel ist ein herber Rückschlag.

Sergeant Bill Chu [ Lau Ching Wan ] hat nach einem relativ missglückten Einsatz seinem Vorgesetzten Guan [ Berg Ng ] eine verpasst, da dieser falsche Befehle ausgeteilt hat. Sein Freund Yang [ Francis Ng ] rettet ihn vor der Kündigung und verschafft ihm eine Versetzung zur Einsatzbereitschaft, die Bill mit Unwollen antritt, ist er sich nach seiner hervorragenden Ausbildung und Arbeit viel zu schade für einen Streifenpolizisten. Deren Tätigkeiten interessieren ihn auch weniger, kann er aber während der relativ spannungsarmen Beschäftigungen wenigstens seinen eigenen Zielen nachgehen: Der Professor [ Yu Rong Guang ] wurde nämlich während eines Gefangentransportes von Bird [ Anthony Wong ] freigeschossen; zusammen planen die beiden einen Einbruch bei Interpol, um 9 Millionen $ Drogengeld zu erbeuten. Da dies noch diese Nacht stattfinden soll, wird die Zeit knapp.

Das Skript ist anfangs relativ einfallsreich geschrieben und bleibt zudem noch straff, die Geschichte ist bereits nach 80+ Minuten vorbei. Der Protagonist wird sofort vorgestellt und dort auch bereits mit seinen sowohl positiven als auch in dienstlicher Hinsicht negativen Eigenschaften charakterisiert; der Vorfall, der zu seiner Degradierung führt wird in Rückblenden kurz gezeigt. Danach kann der Film beginnen und tut es auch sofort, er und der von Polizisten bewachte Professor treffen sich im Fahrstuhl auf dem Weg nach draussen. Beide halten auch an derselben Strassensperre, nur beim letzteren entpuppen sich die Polizisten als Gangster, die relativ kurze, aber blutige Befreiungsaktion eröffnet die Reihe der Actionszenen, die gut in die Handlung integriert sind und statt einem reinem Krachfest auch zur Weiterführung der Handlung und als Auflösung des Spannungsmomentes dienen.
Zudem sind diese zumeist im grösseren Bereich angesiedelt, der Verzicht auf abgelegene Schauplätze wie Parkhaus, Schutthalde etc. kommt einem ausschweifenden Strassenshootout im Stadtzentrum zugute, der auch wie der Überfall auf Interpol und die anschliessende Flucht als wahre Materialschlacht ausartet. Auch dabei wird vermehrt Wert auf Tempo gelegt und nicht alles in Zeitlupen überstilisiert und verzögert, die wenigen Einsätze von Akzentuierung sind allerdings passend und gelungen. Dadurch sitzen die oftmals überraschend blutigen Schiessereien ebenso wie zahlreiche Explosionen, etwas knackiges Martial Arts wird kurz von Yu Rong Guang eingebunden.

Dabei wird aber auch die Zeichnung von Bill innerhalb seiner neuen Truppe weiterverfolgt, dieser gerät schon beim ersten Briefing leicht mit dem rangmäßig ebenbürtigen Jeff [ Jordan Chan ] aneinander, der ein strikter Vertreter des Lehrbuches und damit das genaue Gegenteil von Bill und für anderweitige Sperenzien und leicht unlegale Methoden nicht zu haben ist. Trotzdem unterstützt er Bill einmal mit einer Falschaussage, als dieser wieder mit Guan aneinander gerät. Der Rest der Einheit ist eindeutig williger, Bill zu folgen; sowohl die junge Computerexpertin Apple [ Theresa Lee ] als auch der Waffennarr Matt [ Cheung Tat Ming ] und der durch sein Alter gediegene Fahrer [ Spencer Lam ] nehmen ihn sehr schnell in ihren fast familiären Teamverband auf und sind auch für seine abschweifenden Ideen schnell zu begeistern. Sicherlich zu schnell für einen logisch festen Aufbau, aber dafür ist die Mannschaft auch viel zu harmonisch.

Der Showdown ist wie die gesamten 20min im Vergleich zu dem vorherigen Geschehen eine Niete und zieht den Film noch nachträglich schwer hinunter. Dass beginnt eigentlich schon mit der Verfolgungsjagd, die zum Teil unabsichtlich lustig aussieht und zieht sich über das plötzlich forsch auftretende Verhalten von Bill’s neuer Truppe hinweg zu einen vollkommen unaufgeregten Ende, wo schon fast nichts mehr stimmig ist. Seine kleine Einsatztruppe, die ihm vorher mit einer gewissen Naivität mehr oder minder freiwillig nachrannte, ist auf einmal ganz vorne mit dabei und legt sich mit umtriebigen US – Soldaten ebenso an wie mit den Gangstern, wobei diese allerdings auch stark an Wirkung verlieren; besonders wenn Anthony Wong in den kampftechnischen Einsatz geht.
Auch ist am Ende alles zu astrein abgelaufen, als wenn man sich nach dem anfänglichen Verlust einer Sympathiefigur und der durchaus ausgespielten Härten nichts mehr traut und zumindest rückgängig alles wieder gut machen will. Auch das Ablenkungsmanöver der Gauner – man zahlt eine Jugendbande dafür, dass die Stress in der Stadt machen – hätte etwas deutlicher gezeigt werden können, dient im Nachhinein irgendwie nur zur Einbeziehung von Jeff’s vermeintlich missratenem Bruder.

Schade drum.

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