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Ob man es nun so haben will oder nicht, der Slasher-Markt boomt in letzter Zeit mal wieder richtig, wenn auch nicht selten durch eher bescheidene Qualität. Die letzten einigermaßen akzeptablen Filmchen in dieser Richtung waren da noch "Dark Ride", "Drive Thru" oder auch der noch nicht in Deutschland erhältliche Niederländer "Sl8n8", die aber leider halt trotzdem alle nicht so ganz das Herz der Slasher-Gemeinde befriedigen konnten. Doch nun scheint es seit langem endlich mal wieder einen Film in dieser Richtung zu geben: "See no Evil" mit Wrestler-Hühne Kane als psychopathischen Killer. Herausgekommen ist dabei seit langem mal wieder eine harte Killer-Hatz, die durchaus an den Nerven zerrt.

In "See no Evil" geht es um einen Trupp von jugendlichen Straftätern, die in einem heruntergekommenen Haus für drei Tage Arbeiten sollen, um dafür einen Monat früher aus der Haft entlassen zu werden. Wie üblich gibt es natürlich zwischen ihnen kleinere Zwistereien, die aber schon bald ganz anderen Problemen weichen sollen, sind sie in dem großen Haus doch nicht so alleine, wie sie zunächst vermutet haben. Denn auch ein psychopathischer Killer treibt hier sein Unwesen und gibt nicht eher Ruhe, bevor einer nach dem anderen ins Grass gebissen hat... Natürlich, im Grunde ist auch diese Story wieder nichts anderes als eine Variation altbekannter Slasher-Geschichten, doch wenn man ehrlich ist, ist es heutzutage auch wirklich schon ein Akt, in dem Genre noch etwas wirklich Neues zu bringen. Man sollte eher schauen, in wie weit man sich mit der Variation anfreunden kann und das funktioniert bei "See no Evil" dann doch erstaunlich gut. Denn einige "coole" Verbrecher-Kids, die durch die verwinkelten Gänge eines heruntergekommenen Hauses gehetzt werden, dass kann durchaus Spaß machen und macht es im Grunde auch, selbst wenn die üblichen Fehler und Klischees natürlich auch hier genauso vorhanden sind, wie überall. Man kann sich (für Genre-Verhältnisse) zufrieden geben.

Bei allen anderen Punkten hat "See no Evil" dann aber wirklich einiges drauf. Die Atmosphäre, die der Streifen in seinen besten Momenten versprüht, ist zum Beispiel richtig knackig und dürfte für so manchen Anfänger fast schon zu viel sein. Die Hatz durch die Gänge erweist sich als exzellentes Schauer-Brett, welches selbst bei Genre-Profis nicht ganz unberührt vorbei gehen dürfte. Durch den idealen und mehr als gekonnten Einsatz verschiedenster, vorzüglich dunkler, Farbfilter, sowie die tolle Kameraführung, macht sich im Heimkino jedenfalls ein Knistern breit, dass sich gewaschen hat. Unterstützt durch einen hammerharten Score-Track, der das Atmosphäre-Bild nun endgültig rund macht.

Hinzu kommen dann natürlich auch noch einige gar heftige Gore-Sequenzen, die sich gewaschen haben. Im Zuge der neuen drastischen Welle von Gore-Effekten, die von Filmen wie "Hostel" oder "Saw" ausgelöst wurden, lässt es sich selbstverständlich auch "See no Evil" nicht nehmen um ein paar Brutalo-Szenen zu bieten, die es in sich haben. Vor allem das Abhacken erfreut sich hier, bereits zu Beginn, größter Beliebtheit, aber auch das Augen-Rausreissen mit den bloßen Fingernägeln. Im Umfeld der Atmosphäre ergibt sich deshalb auch wirklich so manch hammerhartes Szenario, das vor allem bei Splatter-Kiddies seine Mission erfüllt sehen wird. Aber auch ältere Slasher-Hasen dürften entzückt sein.

Und selbst die Darsteller sind hier mal auf einem ganz akzeptablen Niveau. Wo im Slasher-Genre ja sonst eher auf unterdurchschnittlichem Niveau agiert wird, geht es hier doch einigermaßen solide zur Sache. Allen voran natürlich Wresting-Star Kane, der hier in seiner ersten Rolle bereits beweist, dass er durchaus für Psychopathen-Rollen eingesetzt werden kann. Aber auch all die anderen, eher unbekannten, Darsteller, stellen zufrieden.

Fazit: "See no Evil" entpuppt sich als knackiges, atmosphärisch dichtes und äußerst Gore-verliebtes Slasherfilmchen, das Genre-Fans seit langem mal wieder rundum zufriedenstellten dürfte. Die Story ist zwar wieder nur eine Variation altbekannter Slasher-Geschichten, dafür klappt es aber dieses mal in allen anderen Details, die man von einem guten Slasher erwarten darf. Nichts für schwache Nerven, aber fast schon ein Muss für aller Genre-Freaks. So darf es gerne weiter gehen!

Wertung: 7/10 Punkte

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