Review

Kurzfilme erfahren nur selten eine Fortsetzung. Doch da Plan B, das zweite Werk von Vlado Priborsky, eine durchaus viel versprechendes, wenn auch nicht schnörkelloses Konzept aufwies, entschied er sich, an diese Handlung anschließend Sophie zu inszenieren. Eine Entscheidung, die er besser nicht hätte treffen sollen (siehe mein Rezension letzte Woche).

Doch ungleich des zumindest optisch ausgefeilteren und schnitttechnisch ansprechenderen Nachfolger, hat Plan B eine durchaus nette Idee zu bieten, bei der sich die überladen wirkende und an Horrorfilme erinnernde Montage sinnvoll in die Thematik des Films verorten lässt. Da bedarf es auch keines großen finanziellen Aufwands, um eine beklemmende Stimmung zu erzeugen.

Zu einem schwermütigen Klavierthema folgen wir den von Schulden, Alkoholsucht und Scheidungsproblemen geplagten Protagonisten Clemens (Mario L´Ross), wie er mit dem Aufzug zu seiner Wohnung nach oben fährt. Die Tür steht offen und er vermutet Einbrecher im Haus. Um der Sache auf den Grund zu gehen, betritt er seine Wohnung, durch die immer wieder dunkle Gestalten zu huschen scheinen. Am Ende soll eine furchtbare Erkenntnis stehen...

Hier mehr zu verraten, wäre fatal. Man muss Plan B mindestens zweimal sehen, um sämtliche Anhaltspunkte für die überraschende, wenn auch für Mysteryfans nicht sehr originelle Pointe mitzubekommen. Natürlich wird sich bei einigen Vorbildern bedient, was jedoch nicht weiter schlimm ist, da auch hier besonders durch die mitreißende Musik eine unwohle Atmosphäre aufzukommen vermag. Die fahle Optik macht zunächst nicht sehr viel her, wirkt aber nach wiederholter Ansicht retrospektiv stimmig. Einige unsinnige Kamerafahrten (wie beispielsweise über den Küchentisch zu einem Messer) und ein paar inszenatorische Kapriolen (Freeze Frame, farbreduzierte Rückblende, Zitat am Ende) wirken überambitioniert und zeugen davon, dass der Stil noch nicht 100%ig ausgereift ist. Die Darsteller - besonders die Statisten - wirken auch eher hölzern als überzeugend.

Vom Tempo her ist der Film jedoch ok und man muss am Ende konstatieren, dass sich dieser 9-Minüter durchaus lohnt und auch bei wiederholter Sichtung noch etwas Neues zu bieten hat. Drehbuchschreiber, Regisseur, Produzent und Cutter Vlado Priborsky ist mit Plan B ein überdurchschnittlicher Vertreter des Mysterygenres mit Elementen eines Dramas gelungen, der leider durch einen völlig unmotivierten Nachzügler (Sophie), der explizit Elemente aus diesem Film aufgreift, fortgesetzt wurde (6/10).

Details
Ähnliche Filme