Review

Der Pfirsich, um den sich in dem Film alles dreht, ist das Hinterteil - zumeist, aber nicht immer: das weibliche. Ein einigermaßen verrückter Neurotiker, der Aufnahmen von Damenpopos - aber auch von seinem eigenen - macht und sammelt, steht im Mittelpunkt dieser Komödie. Er hat eine seltsame Beziehung zu seinem Onkel, der ein höherer Kleriker ist. Martine Brochard als weibliche Hauptdarstellerin ist wiederum in einer seltsamen Ehe mit einem noch verrückteren Schauspieler, der ständig Zitate aus der Literatur von sich gibt, bis sie den Po-Neurotiker kennenlernt. Das "jungfräuliche" Hausmädchen Gloria Guida (nicht schlecht besetzt für diese Rolle) begleitet sie in eine seltsame Dreierbeziehung mit diesem. Dazu kommt noch ein ebenfalls reichlich ausflippter Masseur, der sich um den Erhalt des Hinterteils der Dame kümmern soll, und sich in die ganze Frau verliebt, ihr nachstellt und sich schließlich mit dem gehörnten Schauspieler verbündet. Subtile Komik spielt es natürlich nicht, aber auch Situationskomitk steht nicht wirklich auf dem Programm. Die Exzentrität soll wohl schon lustig sein. Drastische Spinnereien nerven aber eher als daß sie zum Lachen reizen, komisch ist hier wirklich wenig. Wenn wer geglaubt hat, daß die bisher genannten Verrückten schon genug sind, hat noch nicht Dagmar Lassander, in der sicher bizarrsten Rolle ihrer Laufbahn, gesehen. Sie taucht erst in der zweiten Hälfte des Films auf und komplettiert das Sextett des Wahnsinns (drei Weibchen und drei Männchen, wenn man den zynischen Priester nicht mitrechnet) .
Wenn ich ehrlich bin, ist die Lassander es noch am ehesten was den Film erinnerungswert macht (sie erinnert mich hier in ihrer überschminkten und überkandidelten Art an die trashigeren der Fassbinder-Filme). Martine Brochard als elegane Französin macht ihren Job im Grunde ganz gut (ich kenne sie sonst nur aus dem ebenfalls eher bizarren Frauenknastfilm, den sie ein Jahr zuvor gedreht hat), Gloria Guida gibt das naive Hausmädchen wie anderswo auch. Die männlichen Spinner gehen mir zu sehr auf die Nerven, als daß ich sie objektiv könnte. Erwähnenswert sind noch die mit Popo-Kunst vollgestopften Wohnungen, dazu komen noch sakrale Anklänge (Beichtstuhl). Vereint sind beide Elemente dann in den beiden Gemälden des surrealistischen Malers Clovis Trouille, "Stigma Diaboli" und
"Mes funérailles", die in vereinachten Nachahmungen zu sehen sind, und zeigen, daß wir es trotz des Regiedesasters nicht mit kulturfremden Trash zu haben scheinen.

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